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Mit dem Ende des Sommers, der reich war an Sonne, Festlichkeiten und überfüllten Flughafenterminals, rücken auch wieder die Themen ins Blickfeld, die zwischen Juni und August gerne zwischen Strandtasche, Badeenten und Bergstiefeln verschwinden.

Die Mittelschicht der Erde genießt in diesen Monaten ihren Urlaub. Die wirtschaftlichen Aktivitäten sind meist etwas zurückhaltender, die Personaldecke dünn. Das alleine aber kann die Flaute der Rohstoffpreise die seit Frühjahrsbeginn Einzug gehalten hat nicht erklären. Denn Rohstoffpreise werden über langfristige Kontrakte geregelt. Ist es also so, dass wir uns nach einem kurzen Bullenmarkt doch wieder auf schwere Zeiten einstellen müssen was die Rohstoffpreise betrifft? Und was bedeutet das für den Explorationssektor?  

Die Rohstoffpreise 2018

Fakt ist zunächst einmal dass so gut wie alle Metalle und Mineralien seit Jahresbeginn mehr oder weniger deutlich nachgegeben haben. Der Graph lässt dabei keine Zweifel aufkommen:

Graph mit Metallpreisen 2018

Auch für die Batteriemetalle wie Kobalt und Lithium sah das nicht besser aus. Auch nicht für Kupfer, das sowohl ein Batteriemetall wie ein gesamtwirtschaftlicher Alleskönner ist. Und auch Gold hat nicht nur nicht die ‚ewige‘ Zaudermarke von US$ 1375 durchbrochen, sondern ist bis unter US$ 1,200 abgefallen. Ich könnte noch weitere Metalle aufführen – in der Tendenz wäre das Bild das gleiche.

Aber wie passt das zusammen? Die realwirtschaftlichen Daten sind doch eigentlich seit über einem Jahr sehr erfreulich. In den meisten OECD Volkswirtschaften wächst das BSP. Ebenso die Investitionen. Das Geschäftsklima ist gut. Auch und vor allem in großen Volkswirtschaften wie China, den USA und Deutschland. Und eine brummende Wirtschaft benötigt doch Kupfer, Zink, Silber usw. Und wenn die Daten und die Aussichten nicht gut wären, dann müsste die an deren Stelle wohl getretene Unsicherheit doch wenigstens den Goldpreis nach oben treiben? Aber selbst das funktioniert nicht so recht.

Mehr Platz für Gefühle:

​Die real existierenden Daten, bestimmt v.a. durch die Auftragsbücher, sind aber nicht der stärkste Faktor. Tatsächlich sind es die Gefühle, die unsere ach-so-rationale Welt bestimmen. Nicht immer zu ihrem Besten. Im Falle v.a. der Grundlagenmetalle wie Kupfer, Zink, Zinn, Blei, Silber etc. hat die Aussicht auf einen tief greifenden Handelskrieg mit ungewissem Ausgang die Stimmung vor allem der spekulativen Anleger vergrämt. Die spekulativen Verkaufsoptionen haben seit Monaten deutlich überwogen. So wie der Derivatehandel in der Gesamtwirtschaft den Handel mit realen Gütern bei weitem überwiegt, so ist dies auch bei den Rohstoffen der Fall. Und Derivatehandel muss zwangsläufig durch Gefühle, oder drücken wir es ein wenig wissenschaftlicher aus, durch ‚Annahmen‘ bestimmt werden, denn Zukunftsfakten gibt es ja keine.

Allerdings wird die Auftragslage und die damit verbundene Nachfrage sowie der Handel mit  Rohstoffen sich doch wieder durchsetzen. Denn obwohl die Furcht vor Preissenkungen durch den Derivatehandel sich für eine Zeit lang in eine selbsterfüllende Prophezeiung verwandeln kann, so wird diese auch wieder umgekehrt werden, wenn das Gegenteil offensichtlich ist. Und hier komme ich nicht umhin, meinen Optimismus weiter zu verbreiten. Denn es besteht zur Zeit keine Aussicht auf einen weltwirtschaftlichen Einbruch. Unser dampfendes Weltgetriebe benötigt zu jedem Tag eine Vielzahl an Rohstoffen, und in der Tendenz jeden Tag ein wenig mehr. Auch große Institute wie die Scotiabank beispielsweise sind für die zweite Jahreshälfte positiver gestimmt und prognostizieren zumindest eine Stabilisierung der meisten Rohstoffe.

Natürlich hat auch der starke Dollar die Rohstoffmärkte abkühlen lassen. Für einen Einwohner aus Nebraska vielleicht eine skandalöse Vorstellung, aber durch die Tatsache dass die meisten Rohstoffkonsumenten auf der Welt in Nicht-Dollarländern leben und ihre Geldmitte erst in nun teurere Dollar umtauschen müssen um Rohstofflieferungen zu sichern lässt diese erstmal in den Sparmodus schalten: Nicht mehr kaufen als unbedingt notwendig.

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INHALT:

Eine Erklärung der Gesamtsituation  

Welche Antriebsquellen gibt es zur Zeit, und welche Metalle und Mineralien werden benötigt?

Die Auswirkungen auf Rohstoffe und Exploration    

Die wichtigsten Batteriemetalle (Kobalt, Lithium und Grafit)

Und was ist mit Gold?

​Den Dollar kann man auch gleich geschickt als Überleitung zum Thema Gold verwenden. Denn die Negativbeziehung zwischen Dollar- und Goldkurs ist ja eine Realität. Sollte der Dollar also auch am schwächelnden Gold Schuld sein? Ja, zumindest zum Teil. Ein starker Dollar macht den Goldkauf unattraktiver. Und die hinter dem starken Dollar stehende Zinserhöhung in den USA verstärkt die mangelnde Attraktivität sogar. Also Kommentator finde ich es prima, wenn es eine Sache gibt, der man die komplette Schuld zuschieben kann.

​Wie geht's weiter ab hier?

​Die realwirtschaftlichen Daten sind gut – und bleiben es erstmal. Zudem bleiben auch die Mechanismen hinter meinen positiven mittelfristigen Preisprognosen v.a. für Kupfer, Lithium und Kobalt bestehen. Gold sollte sich im verbleibenden Jahr ebenfalls stabilisieren und sogar leicht erholen (siehe hierzu auch die gesonderte Preisprognose für Gold https://explorado.markets/metalle-und-rohstoffe/gold/). Die Chancen auf einen fundierten Bärenmarkt sind gering. Kopf hoch. Der Sommer geht – stärkere Rohstoffpreise kommen!

​Der Sonne entgegen? Auf jeden Fall ist etwas Optimismus angebracht. Für alles andere sind die Fundamentaldaten zu gut. 

Und wie sieht es mit der Exploration aus? Sind weiterhin hohe Renditen möglich?

​Ich werde in Kürze einen eigenen Beitrag zu diesem Thema verfassen. Aber an dieser Stelle sei gesagt, dass es natürlich einen direkten Zusammenhang zwischen Rohstoffpreisen, bzw. der Stimmung an den Rohstoffmärkten und Finanzierungsmitteln für die Exploration gibt. Und es gibt wiederum einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Mitteln und den Kursen der Explorer. Die Stimmung war gedrückt – aus dem Sektor hielt man sich besser raus. Zweifellos hat es der positive Druck der 18 Monate von Sommer 2016 bis Ende 2017  nicht bis ins Jahr 2018 geschafft. Der Explorationssektor ist wenig liquide, und viele Werte reagieren trotz guter Explorationsarbeit bestenfalls gemäßigt. Dennoch gab es auch in diesem Jahr starke Gewinner, mit hunderten Prozenten an Kurssteigerungen. Fakt ist: Auch mit wenig Geld im Markt benötigt die Welt die Entdeckung neuer hochkarätiger Vorkommen bzw. Lagerstätten. Unternehmen die hier erfolgreich sind werden Top-Renditen erzielen. Bei den von Explorado analysierten Firmen sind die besten Voraussetzungen gegeben – ein wenig Geduld ist allerdings gefragt. Wenig Geld im Markt macht es einfach umso notwendiger, nach den richtigen Unternehmen Ausschau zu halten. Ein paar heiße Eisen liegen im Feuer.

Für die nächsten Wochen wird es interessant sein, wie sich die Gefühlswelt auf den Rohstoffmärkten verändert – und wie die Explorationswirtschaft davon profitieren kann.