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Schöne neue Autowelt – eine kleine Rohstoffstatistik

Das der Metallbedarf für Batterien durch die Hinwendung zur E-Mobilität deutlich steigen wird, haben wir im Blog immer wieder erörtert. Aber….es hört bei den Batterien nicht auf (bzw. es fängt nicht erst dort an). Wie sieht nun also der Gesamtmetallbedarf in der E-Mobilitätslieferkette aus, wenn wir auch auf die neu zu erschließende Infrastruktur und die Ladetätigkeiten schauen? Die folgende Auswertung beruht auf der oft zitierten Annahme, dass gute 30% der Gesamtmobilität bis 2030 elektrisch sein werden. Also, schauen wir und doch mal ein paar Statistiken an: 30% der bis dahin berechneten Produktion an Automobilen ergibt im Jahre 2030 dann gute 32 Millionen Elektrofahrzeuge, die dann weltweit produziert werden müssten. Was bedeutet diese Zahl für die wichtigsten neuen ‚Mobilitätsmetalle‘ (Lithium, Kobalt, Graphit, Nickel und Kupfer)?

Die oben angegebene Menge würde z.B. gute 4,1 Millionen Tonnen Kupfer benötigen. Kupfer wird in diesem Zusammenhang nicht besonders häufig erwähnt, ist aber im Hintergrund, so wie stets, essentiell: Es wird bei der E-Mobilität für die Stromerzeugung und Netzinfrastruktur, die Netzspeicherung, Ladeinfrastruktur und für die Elektrofahrzeuge selbst benötigt werden.

Die 4,1 Millionen Tonnen entsprechen rund 18% der weltweiten Kupferversorgung des Jahres 2016. Aber diese 18% fehlen natürlich in anderen Bereichen. Ob in diesen die Nachfrage entsprechend zurückgehen wird darf bezweifelt werden, was wiederum bedeutet, dass dies auch preislich substantielle Reaktionen hervorrufen kann.

Wie verdreifacht man eigentlich das Angebot?

Weiterhin wird die Welt, auf der dann jeder dritte sich mit einem Elektroautomobil fortbewegen wird, 1,1 Millionen Tonnen an Nickel benötigen. Dies entspricht sogar 56% des Angebots von 2016! Kobalt? Hier wird die Nachfrage sogar bei ca. 315.000 Tonnen liegen, ungefähr das schlappe dreifache des Outputs von 2016. Investoren werden diese dramatische Verschärfung des Nachfragedrucks aber schon bald (positiv) zu spüren bekommen.

Denn auch im Jahr 2020, also schon sehr bald, werden wir für die drei oben beschriebenen Metalle eine deutliche Nachfragesteigerung zu sehen bekommen. Damit hat das Projekt E-Mobilität in der Rohstoffwelt die Sprengkraft einer gewaltigen Staublawine. Wie weit die Preise ausschlagen werden, ist schwierig zu sagen. Denn natürlich erzeugt Preisdruck stets auch eine Gegenreaktion mittels Substitution (durch andere Metalle). Allerdings kommt die E-Mobilitätslawine so schnell angebraust, dass man ja gerade mit der jetzigen Technologie und deren Zusammensetzung noch nicht so recht vertraut ist. Was man da wie mal substituieren könnte…ist wohl alles andere als klar.

Und ob das Angebot auf diese zu erwartende Nachfragelawine wird reagieren können ist dabei noch weniger klar. Mit Bezug auf Kobalt hatten wir das Problem schon in den vorigen Wochen ein paarmal beleuchtet. Nur weil alle Welt plötzlich ein Metall nachfragt, heißt es noch lange nicht, dass es sich ebenso plötzlich von jedem Geologen entdecken lässt. Allerdings, und hier wird es wieder interessant für uns als Investoren in Explorationsunternehmen, wird die Erwartung hoher Preise auch die Kassen für Exploration schnell anschwellen lassen. Die Welt braucht diese Rohstoffe, und die Versorgung wird sicher nicht an geringem Explorationsbudget scheitern!  Wir können also erwarten, dass es für Kobalt, Nickel und Kupfer (Graphit sollten wir in dem Zusammenhang auch nicht vernachlässigen) in der nächsten Zeit etliche spannende Explorationsprojekte geben wird.

Mehr Informationen dazu im neuen 2018 Report über Batteriemetalle