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Ob starker Goldpreis, Energiewende oder Urbanisierung: 

Profitieren Sie mit Rohstoff-Investments von den großen Trends der Zeit 

​Gold wird mit der zunehmenden Geldentwertung an Attraktivität gewinnen, während das Globalprojekt der Energiewende signifikantes Produktionswachstum bei etlichen Metallen erforderlich macht.

Einführung in die wichtigsten Investmentmöglichkeiten, Märkte und Metalle​  

Wenn Sie zu den Menschen gehören die für sich und ihre Familie Vermögen aufbauen wollen stellen sich in den nächsten Jahren einige fundamentale Fragen: Zum einen nämlich, wie man in anhaltenden Zeiten von Null- und Negativzinsen mit der schleichenden Enteignung von Gespartem umgeht. Zum anderen, wie man von den großen globalen Umschwüngen wie der Energiewende und der Urbanisierung v.a. in den Schwellenländern profitieren kann. Investitionen in Rohstoffe wie Gold, Lithium, Kobalt, Kupfer etc. bieten für diese Fragen zahlreiche Antworten.

​Lernen Sie in dieser umfassenden Einführung, die sowohl für Neueinsteiger als auch für erfahrenere Investoren geeignet ist ->

  • ​Warum Rohstoffe und Metalle in den nächsten Jahren hervorragende Investitionsziele sind
  • Wie Sie am besten von dem anstehenden Boom bei den beschriebenen Metallen profitieren können
  • Welche Möglichkeiten für gewinnbringende Investitionen bestehen - je nach Anlageziel, Zeit, Risikobereitschaft etc.
  • ​Welche globalen Kräfte die einzelnen Märkte steueren - und was das für die Preisentwicklung bedeutet
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Vielleicht waren Sie sich aber auch schon bewusst dass Rohstoffen unglaublich viele Möglichkeiten zur Geldanlage bieten, aber sich bislang noch nicht daran gewagt? Ob Gold, Lithium, Kupfer oder Kobalt. Ob ETFs, Barrenkauf, der Erwerb von Goldaktien, ob Futures oder Explorationsfirmen. Dieser Sektor bietet Investoren eine riesige Auswahl an Metallen, Renditechancen, Risikoleveln, Laufzeiten etc., so dass eigentlich jeder seriöse Anleger sich einmal näher mit diesem Weltmarkt befassen sollte. In diesem von mir zusammengestellten Report finden Sie die wichtigsten Fakten, Möglichkeiten und Chancen zusammengefasst. 

Welche Metale werden für neue Energien benötigt?

Hoch im Kurs werden in einiger Zeit die sogenannten 'Energiemetalle' stehen.  

Für ehrgeizige Investoren die Auswahl und Rendite schätzen

Die Rohstoffmärkte lassen dafür viel Raum und bieten fast allen Investitionszielen Platz: egal ob Sie

  • - In Goldbarren oder Münzen investieren, um ihr Portfolio gegen Inflationstendenzen zu schützen, oder
  • - lieber Einzelaktien von Goldproduzenten, Kupferminen oder Kobaltschürfern in Ihren Besitz bringen
  • - ETFs oder ähnliche Fonds bevorzugen
  • - Von den extravaganten Möglichkeiten der Explorationsfirmen profitieren
  • - Mit Optionen, Futures und ähnlichen Derivaten spielen wollen
Aerial view of the trading floor of the NYMEX Mercantile Exchange in New York

An den großen Rohstoffbörsen (hier die NYMEX in New York) werden die meisten Metalle gehandelt - in den unterschiedlichsten Anlageformen

Wie entwickeln sich die Preise von Gold, Lithium und Co. in nächster Zeit? Und warum? Dieses PDF gibt Ihnen alle wichtigen Hintergrundinformationen

Display showing the development of share prices over time

​Egal ob Sie Gold oder Blei handeln, ETFs oder Einzelaktien: Sie sollten eine Vorstellung haben, wie sich die Märkte entwickeln

Denn eine Voraussetzung ist für alle diese Investitionsmöglichkeiten gleich: Sie müssen die jeweiligen Märkte kennen. Sie müssen wissen, warum sich die Preise für ein bestimmtes Edelmetall kurz- und mittelfristig wahrscheinlich in eine bestimmte Richtung und nicht in die andere bewegen werden. Nur dann werden Sie mit ihren Anlagen auch Erfolg haben. Dies gilt für Fonds, Einzelaktien von Rohstoffunternehmen und Derivate gleichermaßen.

Und genau hier liegt das Problem, denn die Informationen sind häufig stark zerstreut, und halten sicherlich viele potentiell Interessierte von ihren profitablen Investments ab. Sich scheinbar komplexe Informationen aus dutzenden Quellen zusammenzusuchen, deren Seriosität man kaum einschätzen kann wirkt häufig abschreckend.  


Ein wichtiger Ratgeber - für einen riesigen Wachstumsmarkt


Mit dieser Einführung haben Sie alle wichtigen Informationen in einem PDF zur Hand. Als Überblick und Nachschlagewerk. Denn eines ist klar: Es wird etliche Rohstoffe und Metalle geben, die in den nächsten Jahren deutlich nach oben anziehen werden, da die Nachfrage stark ist, und das Angebot aus verschiedenen Gründen schwächelt. Je nach Art der Investition kann man solide Gewinne machen, oder sich auch teils gewaltige Renditen abholen. Denn auch wenn die Konjunktur mal schwächelt: Die Welt giert nach Rohstoffen aller Art, und ohne die zahlreichen Metalle wäre unser Leben nicht vorstellbar. Wer also in Rohstoffe investiert, der legt sein Geld in Dinge an, welche die Welt tagtäglich benötigt. Und sogar immer mehr davon, denn durch das Wachstum der Schwellenländer, die Digitalisierung sowie die Umstellung auf saubere Energien wird das menschliche Leben noch intensiver von Rohstoffen bestimmt als dies vorher der Fall war.

Graphic displaying 8 high-performance lithium-ion batteries in a modern EV-vehicle

Die Welt braucht in den nächten Jahrzehnten mehr Rohstoffe, nicht weniger: Klugen Investoren bietet sich ein vielfältiger Wachstumsmarkt mit ALLEN Möglichkeiten

Der Autor:

Andre Ufer next to the boss of the Afghan gemtrader association with a package of rough emeralds from Panjhir Valley, Afghanistan

Dr. André Ufer auf Feldstudie in Afghanistan - hier mit einer Ausbeute roher Smaragde aus dem Pandshir-Tal. 

​Dieser Investorenratgeber wurde vom Explorado-Gründer und internationalen Rohstoffexperten Dr. André Ufer verfasst.


  • Der ehemalige langjährige Mining Experte der Weltbank sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit leitete zahlreiche Rohstoffprojekte, um den Bergbau-/Rohstoffsektor in rohstoffreichen Entwicklungsländern aufzubauen, zu verbessern oder zu reformieren. Die Explorationswirtschaft war immer ein wichtiger Partner dabei.​
  • André Ufer ist in fast zwanzig rohstoffreichen Entwicklungsländern tätig gewesen, und arbeitet inzwischen seit mehreren Jahren als selbstständiger Gutachter und Berater im Auftrag verschiedener internationaler Organisationen wie der Weltbank, der Europäischen Union und verschiedenen Regierungen.
  • ​Im Jahr 2017 gründete André Ufer den Investmentdienst Explorado, mit dem er die facettenreichen Investmentmöglichkeiten des Rohstoffsektors den Anlegern nahebringen will.  ​

  • Diese Organisationen vertrauen der Expertise von Dr. André Ufer:

    EU Logo
    GIZ Logo
    Swiss SADC Logo
    World Bank Logo

    ​                                         Warum Sie jetzt weiterlesen sollten:

    ​Sie werden nach der Lektüre dieser Einführung einen soliden Überblick über Gold, Kupfer, Lithium, Kobalt und Zink haben. Sie werden wissen, warum diesen Rohstoffen eine sehr gute Zukunft bevorsteht, und welche Möglichkeiten Sie als Investor haben, von diesen Entwicklungen zu profitieren. Sie haben dadurch nicht nur eine solide Entscheidungsgrundlage, sondern sind auch einen entscheidenden Schritt auf dem Weg gegangen, der Sie selbst zu einem Rohstoffexperten werden lässt. Wissen, dass sich bezahlt macht.


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    ​1. Gold - Mythos, Prestige und Sicherheit

    Gold ist sowohl einfacher zu verstehen als die meisten anderen Metalle, aber gleichzeitig auch komplexer. Denn es stellt für viele Menschen etwas sehr Unterschiedliches dar: Prestigeobjekt, Verschwörungsgegenstand, Dekadenz, Edelmetall, Schmuck, Sicherheit, Schönheit und Zahlungsmittel usw. Es ist und bleibt nicht nur ein Gut, sondern auch ein Mysterium. Aufgrund seiner Dichte, seines Glanzes, seines Vorkommens in gediegener Form und seiner Unzerstörbarkeit nahm es schon früh eine Rolle als ausgezeichneter Werkstoff und Wertgegenstand für die ersten Eliten an. 

    Schon immer beinhaltete Gold mehr als nur den wirtschaftlichen Wert den es rein faktich darstellte. Mit seinem Glanz  verband und verbindet sich Einfluss und Macht, Mythos, Drama und Weltgeltung. Gold scheint eine tiefere Gefühlsebene anzusprechen. Palladium zum Beispiel reicht ja fast an den Goldpreis heran, aber es ist undenkbar, dass es auch nur annähernd den gleichen Mythos wie das gelbe Edelmetall erreichen würde, selbst wenn es dessen Kaufpreis überträfe. Oder glauben Sie man wird mal davon sprechen dass ein ‚wahrhaft palladisches Zeitalter‘ angebrochen sei?

    1000g Barren Feingold

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    Deswegen ist Gold auch vor allem eines: Eine Institution, und zwar eine, in die Menschen extrem viel Vertrauen legen. Unabhängig ob der Goldpreis gerade mal wieder vor sich hindümpelt oder durch die Decke schießt: Gold bedeutet Reichtum, und es bedeutet Sicherheit. Wer nur ein wenig von Wirtschaftstheorie versteht, dem ist bekannt, dass Vertrauen einer der wichtigsten Elemente in einem wirtschaftlichen Geflecht ist, und zwar unabhängig vom wirtschaftlichen System. Und das Vertrauen der Menschheit in Gold ist das, was ihm diesen alle Zeiten überdauernden Wert verleiht.


    Von einem geldtheoretischen Gesichtspunkt aus betrachtet hätten auch andere Metalle oder sogar sonstige Gegenstände so eine Rolle übernehmen können, aber die Menschheit hat sich nun mal auf Gold geeinigt. Und Gold hat jeder Konkurrenz bislang getrotzt. Egal ob holländischen Tulpenzwiebeln wie im 17. Jahrh. oder wie jüngst dem Bitcoinboom, der ebenfalls wieder zurechtgestutzt worden ist. Beinahe blasphemisch schon klang die Vorstellung, eine virtuelle, unsichtbare Werteinheit, die noch dazu quasi jedermann irgendwie generieren kann könne das nur unter Mühen und viel Arbeit gewonnene, fühlbare, glänzende und mythische Gold ablösen.  Gold bleibt also nicht nur physikalisch stabil (denn es kann nicht korrodieren), sondern wird aller Wahrscheinlichkeit auch seine Bedeutung als sicherer, wertstabiler Hafen beibehalten.

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    ​2. Der Goldmarkt

    ​2.1 Warum es im Zukunft immer weniger neues Gold geben wird

    Auch wenn die absolute Zahl an produziertem Gold jährlich zunimmt, und es zahlreiche Goldminen gibt, ist Gold nach wie vor exklusiv. Bislang förderte die Menschheit seit Anbeginn circa 180,000 Tonnen Gold. In eine Form gegossen, entspräche dies einem Würfel von lediglich gut 21 Metern Länge / Höhe, oder einer knappen Unze pro Kopf. Das ist also auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel.

    Verschiedene Berechnungen gehen davon aus, dass nur ca. 40% - 50% des existierenden Goldes der höchsten Reinheitsstufe wie zum Beispiel Gold Bullion entsprechen, also etwa nur circa 2,5 Milliarden Unzen. Das würde bedeuten, dass es bei einer Weltgesamtbevölkerung von über sieben Milliarden Menschen deutlich weniger als eine halbe Unze handelbares Gold im höchsten Reinheitsgrad pro Person geben würde. Der 0.999 Reinheitsgrad ist auch der Standard, den Gold erfüllen muss, wenn es als Anlageprodukt gehandelt werden will. Und es gibt Menschen, die wollen wesentlich mehr als nur eine halbe Unze besitzen.

     ​Das Ganze bedeutet, dass physisches und als Anlageprodukt handelsbares Gold weitaus seltener ist, als es die meisten Menschen vermuten würden.

    Diese Grafik verdeutlicht eine unangenehme Tatsache für die Goldindustrie - und eine positive für Gold Investoren: Obwohl der Aufwand der Exploration zunimmt (gelbe Kurve), nimmt die Anzahl an Unzen der Entdeckungen ab (blaue Pfeiler)

    Obwohl die Theorie nicht unumstritten ist, gehe ich persönlich von der ‚Peak-Gold‘ Theorie aus, die besagt, dass wir ab jetzt weniger Gold fördern werden, als wir es bislang getan haben. Der gesamte Goldoutput wird über die nächsten zehn bis zwanzig Jahre merklich sinken, obwohl letztlich der Output natürlich auch eine Frage des Preises ist. Was stützt die Theorie, dass das Goldangebot zunehmend knapper wird?

    Das Verhältnis zwischen den Explorationsausgaben und den tatsächlichen Goldfunden ist eine der tragenden Säulen der sogenannten Peak-Gold Theorie, die m.E. nach auch entscheidend für die langfristige Goldpreisstabilität ist. In dem links stehenden Graph werden zwei Tatsachen deutlich, welche die Goldindustrie derzeit prägen:




    ​Zum einen erkennen wir wieder einen Anstieg der Explorationsausgaben (gelbe Kurve) seit 2016. Dieses Jahr läutete das Ende der Rohstofflaute ein, die ab 2011 Einzug hielt. An der vorhergehenden Wachstumsperiode (2002 – 2012) können wir auch erkennen, dass das Explorationsbudget mit gut einem Jahr Verspätung auf die Preise am Goldmarkt (rosa Kurve) reagiert: Die Budgets steigen ein Jahr nach Erholung der Preise, und fallen gute 12-15 Monate nach Beginn einer Phase fallender Preise. Wir können aber auch erkennen, dass die Ausgaben für Exploration deutlich höher als in den 1990er und 2000er Jahren liegen: Es ist also teurer, eine zusätzliche Unze Gold zu finden als noch vor zehn und erst recht vor 20 Jahren.


    Gold wird seltener, und dadurch schwerer und kostspieliger zu entdecken: Trotz der gestiegenen Ausgaben konnten zwischen 2007 und 2018 nur knapp über 215 Millionen Unzen an Goldressourcen in insgesamt 41 entdeckten Lagerstätten bemessen werden - in den 18 Jahren zuvor waren es noch 1726 Millionen Unzen in über 220 neu entdeckten Lagerstätten (blaue Balken). Sinkende Entdeckungsraten sind seit 2006 mit damals 31 neu entdeckten Goldlagerstätten zu verzeichnen. Seitdem fällt sowohl die Anzahl der Neuentdeckungen als auch die Menge des darin enthaltenen Goldes.

    Was die Auswirkungen dieser geologischen Tatsachen auf den Goldmarkt und die Goldpreise betrifft, müssen wir zwischen der kurzen (1-5 Jahre) und der langen Frist (ab 10 Jahren) unterscheiden. Der oben dargestellte Negativtrend wird sich kurzfristig nicht mit dramatischen Preisanstiegen oder gar Panikreaktionen auf dem Goldmarkt bemerkbar machen. Denn in den nächsten Jahren werden noch einige hochwertige Goldprojekte mit der Goldproduktion beginnen, deren Entdeckung aus den positiven Jahren nach 2000 herrührt. Wir müssen bedenken, dass im Schnitt 15 Jahre (mindestens 10, maximum 20 Jahre) zwischen der frühesten Prospektion (erste Anzeichen eines möglichen Vorkommens) und dem Produktionsbeginn einer Goldmine liegen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Negativtrend sich auch erst in ca. 15 Jahren bemerkbar machen wird – möglicherweise dann allerdings mit nachhaltigem Knalleffekt.  

    Für Investoren in die Goldexploration sind das gute Nachrichten:

    • -> Es ist mehr Geld im Sektor vorhanden
    • -> Qualitativ hoch eingeschätzte Funde werden vom Markt belohnt werden, mit entsprechenden Renditeanstiegen.
    • -> Die Peak Gold Theorie wird für stabile Goldpreise sorgen.

    Natürlich ist auch Gold Zyklen unterworfen, und politische sowie weltwirtschaftliche Umstände prägen den Preis des Goldes mehr als den anderer Metalle. Dennoch werden wir über die nächsten Dekaden einen durch Zyklen korrigierten steigenden Goldpreise sehen, und dementsprechend einen florierenden Gold-Juniorsektor.

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    ​2.2 Gold bleibt aus vielen Gründen gefragt


    Gold wird allerdings nicht nur in dunklen Tresorräumen gelagert oder von seinen Besitzern poliert. Nein, es gibt auch eine Reihe praktischer Verwendungsmöglichkeiten.  Es wird sowohl als hochwertiger Gebrauchsgegenstand in der Juwelen- und Schmuckindustrie verwendet, als auch in der Elektronikindustrie. Sage und schreibe 600 Tonnen Gold werden jährlich für die Schmuckindustrie verwendet, wobei hier Indien und China die größten Märkte verkörpern. Daneben aber ist Gold ein wichtiges Anlageobjekt für Privatanleger und Großinvestoren, und untermauert den Wert der großen internationalen Devisenwährungen, auch wenn diese schon längst nicht mehr an Gold gekoppelt sind. Es erfüllt also eine Vielzahl an Funktionen, weswegen es immer einige Bereiche geben wird, aus denen Gold nachgefragt wird, selbst wenn die Nachfrage in anderen ruht.

    Gold bleibt weltweit gefragt – auch dank der Tatsache, dass das Edelmetall in China eher ein hochkarätiges Konsumprodukt denn als ‚Sicherheit‘ dient.

    Die Schmuckindustrie ist der größte Posten der Goldindustrie (54%), gefolgt von Anlegern und Investoren (30%) sowie dem Elektronik- und Hightechsektor (10%). Zentralbanken halten inzwischen nur noch gute 6% der weltweiten Goldbestände. (c) World Gold Council

    ​3. Der Goldpreis - stetig bergauf

    Bevor wir die mittel- und langfristigen Goldpreisaussichten diskutieren, lohnt sich ein Blick auf die Besonderheiten des Goldmarkts bei der Preisbildung:

    Denn auch hier spielt Gold eine Sonderrolle. Den neben Nachfrage und Angebot spielen aufgrund der differenzierten Erwartungen und Verwendungen von Gold auch weitere Faktoren wie der erwähnte Dollarkurs, die Zinssätze bzw. Inflationserwartung, sowie politische Ereignisse, Spekulationen und langfristige Erwartungen eine wichtige Rolle bei der Preisbildung. D.h. der Preis ist häufig dem Nachfrage-Angebotssystem entkoppelt.

    Ebenso wird immer wieder von einer Goldpreismanipulation geredet. Inwieweit dies zutrifft ist tatsächlich auch mit viel Akribie nicht einfach zu belegen. Wahr ist, dass die Zentralbanken inzwischen einen relativ geringen Griff auf den Goldmarkt haben, da der Anteil des von ihnen gehaltenen Goldes in Relation zum gesamten Goldmarkt deutlich gesunken ist. Auf der anderen Seite verfügen einige wenige private Großbanken mittels ihrer Dominanz auf dem Markt der Termingeschäfte (Derivate) über erheblichen Einfluss auf den Spotpreis von Gold. Ob dies zu langfristigen und substantiellen Preismanipulationen ausreicht ist aber nicht klar.

    Als Investor sollte man sich davon also nicht abschrecken lassen. Mittelfristig wird sich die zunehmende Schwierigkeit, den Goldmarkt mit ausreichend Gold zu beliefern bemerkbar machen. Es gibt zwei Faktoren, die beeinflussen, wann diese Schwierigkeiten einsetzen, zum einen den Faktor der stetig wachsenden Nachfrage, und zum anderen der der plötzlich und panikartigen, der durch die nächste große globale Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöst werden wird.

    Mit Bezug auf den ersten Faktor stellt sich schon jetzt heraus, dass die großen Goldproduzenten in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen großen Teil ihrer Reserven ersetzen müssen, und zwar von außerhalb, d.h. von neuen Explorationsprojekten. Hier wird es zu zunehmenden Kämpfen zwischen den großen Majors um die wirklich lukrativen Explorationsprojekte kommen, um dem stetigen Verfall der Goldgrade entgegenzuwirken. Der Druck auf die Goldmajors wird untermauert durch eine wachsende Nachfrage nach Gold als hochwertiger und prestigeträchtiger Konsumartikel, was v.a. für die ostasiatische und südasiatische Klientel von Bedeutung ist. Hier können wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren mit einer kaufkräftigen Schicht im dreistelligen Millionenbereich rechnen. Sollte es bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich werden, dass die Deckung dieser konsumorientierten Nachfrage die Goldindustrie vor nachhaltige Schwierigkeiten stellt, könnten wir bereits in diesem Zeitraum deutliche Goldpreissteigerungen erleben. Zusätzlich gestärkt wird diese stetig wachsende Nachfrage durch die steigende Attraktivität des Goldes im Angesicht einer wachsenden Inflation und Verschuldung.

    M.E. nach ist der mittelfristige Weg des Goldpreises somit eindeutig, und er zeigt nach oben. Ob er jetzt spektakuläre Barrieren wie die 5,000er Marke durchbrechen wird, oder sich über US$ 2,000 einpendelt, ist für den Investor eigentlich auch nicht so wichtig. Mittels Investitionen in Goldexplorern, Goldproduzenten, ETFs und zahlreichen Derivaten gibt es genug Mittel und Wege, auf jedem Fall von einem stabilen und nachhaltigen Preisanstieg zu profitieren.

    Was die kurzfristige Entwicklung des Goldpreises betrifft, ist das Jahr 2018, das muss man klar feststellen, enttäuschend. Schob sich der Preis zu Jahresbeginn noch bis und über US$ 1,360 pro Unze, und rechneten nicht wenige dabei mit einem baldigen Durchbruch durch die 1,400er Marke, gaben die Preise seit Frühjahrsbeginn deutlich nach, und fielen bis Septemberbeginn sogar unter US$ 1,200. Frustrierend für viele Beobachter und Goldenthusiasten war vor allem die Tatsache, dass die Grundlagen für eine höhere Goldpreisberechnung eigentlich zum großen Teil vorhanden waren, v.a. die zunehmende globale Unsicherheit auf politischem wie ökonomischen (Stichworte Protektionismus, Handelskrieg und zunehmende Uneinigkeit auf vielen Gebieten innerhalb der EU) Terrain, was viele Anleger bislang immer in die sicheren Goldhäfen trug. Aber nicht nur blieb der Run auf Gold aus – der nachhaltige Kursverlust verunsicherte sicherlich ziemlich viele Beobachter, auch wenn sich die Lage seit Herbst wieder deutlich verbessert hat:

    Aber was bedeutet das für die weitere Goldpreisentwicklung, insbesondere im Jahr 2019? Zum einen sahen wir im Jahr 2018 einen überraschend starken US Dollar, angefeuert durch die Zinssteigerung als auch eine starke US Konjunktur. Zum anderen erhöhte die zweite Zinssatzerhöhung der Fed die Opportunitätskosten des Goldhaltens, d.h. ein höherer Zinssatz macht das Halten von Gold zu anderen Zinsen generierenden Anlageprodukten teurer, und damit unattraktiver. Es gibt aber noch einen dritten, bislang wenig beachteten Punkt. Während Gold natürlich zum einen ein geldpolitisches Instrument darstellt und von Notenbanken nachgefragt wird, und wie besprochen auch als Sicherheit für private Anleger gilt, so ist es aber auch ein prestigeträchtiges Konsumprodukt – und in dieser Rolle v.a. in Ostasien und Indien zu finden. Hier kaufen Menschen Gold, oft in hochkarätiger Juwelenform, weil es schlicht als eines der höchstwertigsten Besitztümer gilt. In dieser Funktion allerdings ist Gold auf eine sichere Konjunkturaussicht angewiesen, im Gegensatz zu seiner Rolle als Stützpfeiler im Portfolio, die es im ‚Westen‘ annimmt. Und diese sichere Konjunkturaussicht ist durch den fortwährenden Handelskrieg mit China den Bach runtergegangen.

    Für die Goldpreisentwicklung 2019 werden dann auch eben diese Faktoren eine gewichtige Rolle spielen, und sollten von Investoren entsprechend berücksichtigt werden. Dollarkurs und Zinssatz sind bekanntlich auch eine Funktion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, und hier sehen die Erwartungen bislang folgende Entwicklung vor: Sehr wahrscheinlich haben wir es mit einer abnehmenden Dynamik im Vergleich zu 2018 zu tun, aber immer noch mit Wachstum. Wahrscheinlich ist es aber auch, dass die Zentralbanken dieses relative Abflauen nicht mit weiteren Zinssteigerungen anheizen wollen, was also positiv für Gold sein sollte.

    Mittelfristig bleibe ich bei meiner bullischen Einschätzung für Gold. Wie immer wird ein mittel- und langfristiger Trend durch die Fundamentaldaten bestimmt, und die sprechen wie weiter oben beschrieben ganz klar für einen Bullenzyklus. Wann dieser beginnen wird ist natürlich weniger einfach vorherzusagen. Für eine Trendumkehr sind drei Faktoren notwendig:

    • Institutionelle Investoren haben wieder mehr Zutrauen in das Rohstoffgeschäft im Allgemeinen, und in Gold im Besonderen. Die Großinvestoren waren in den letzten Monaten nicht gerade positive auf diesen Sektor gestimmt, was sogar die scheinbaren Boommetalle Lithium und Kobalt mit einschloss. Die Gründe haben m.E. nach mehr mit mangelnder Einsicht in den Rohstoffmarkt zu tun (denn zum hundertsten mal: die Fundamentaldaten sind POSITIV) als mit mangelnder Nachfrage nach eben diesen Metallen. Das Risiko wird als zu groß, die Einkünfte als zu weit entfernt angesehen. Aber auch im Bankgeschäft gibt es Ausnahmen, und wenn Cannabis seinen Reiz verloren haben und die Bitcoinblase geplatzt sein wird, wird auch der Rohstoffsektor wieder die Aufmerksamkeit erfahren, die im zusteht. Tendenzen für eine positivere Stimmung sind bereits zu erkennen: Die meisten Rohstoffpreise haben sich stabilisiert und befinden sich in einer leichten Aufwärtsbewegung.

    • Anleger, v.a. die privaten, neigen sich wieder dem Gold als Garant für Sicherheit und Stabilität zu. Dies wird v.a. dann der Fall sein, wenn der Dollar unter einer steigenden Schuldenlast Abwertungsdruck erfahren wird.

    • Private Konsumenten beginnen wieder vermehrt, Gold als Prestigeobjekt zu kaufen. Anzeichen hierfür gab es in den letzten Wochen u.a. in Indien. Hier spielt v.a. der niedrige Goldpreis eine Rolle, die den Kauf attraktiv macht. Außerdem beginnt am Indus n der zweiten Jahreshälfte die Hochzeitssaison – traditionell eine starke Zeit für Goldkäufe

    Was die Preisumkehr letztlich veranlassen wird, ein plötzlicher Schock wie z.B. ein Bankenkollaps oder das Platzen einer Blase (Immobilien irgendjemand)? Möglich. Aber ebenso sehr möglich ist auch eine Rückkehr zu Gold aufgrund der graduell, regelmäßig und zuverlässig steigende Verschuldung oder auch weiterhin überproportional steigende Geldmengen. Für physisches Gold sind Preise unter US$ 1,300 eine gute Kaufbasis.


    ​4. Einschätzung der Goldpreise für 2019

    Die positive Nachricht ist zweifellos die Stablisierung des Goldpreises seit Ende August. Die US$ 1,200 Marke scheint dauferhaft überwunden. Vor allem das anhaltend gesunde Wachstum in China sollte sich positiv auf dem Goldmarkt auswirken, ist das Land doch der größte Käufer. Auf große Sprints über die 1,300 sollte man im Moment noch nicht wetten. Die Zinsentwicklung sowei ein stabiler Dollar stehen dem entgegen, aber dies könnte sich wie oben beschrieben ab Mitte 2019 ändern. Auf der anderen Seite könnten inflationäre Tendenzen ​stehen, in erster Linie ausgelöst durch die Zollerhöhungen in den USA, China und der EU. ​

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    3D Cover of Explorado Report Geld anlegen in Rohstoffe

    ​5. In Gold investieren

    Zunächst gilt es bei der Frage ‚soll ich in Gold investieren?‘ eine Frage zu klären, und eine Feststellung in den Raum zu werfen:

    • Ob man in Gold investieren soll, hängt von den Zielen des Investors ab.

    • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Physisches Gold zu kaufen und im Tresor zu lagern ist nur eine davon, und nur unter bestimmten Umständen empfehlenswert.

    • Wer auf höhere Rendite zielt, findet in Gold ein tolles Investmentprodukt – allerdings nicht im Kauf physischen Goldes.

    Die Graphik unten veranschaulicht das Ganze, ausgehend von den Zielen des Anlegers. Weiter unten finden Sie dann verschiedene wichtige Fakten zu den einzelnen Anlageinstrumenten

    A graphic display that demonstrates different methods of investing in Gold, depending on preferences such as risk levels, time horizon etc.

    Je nach Anlageziel (Sicherheit, Dividende oder hohe Rendite) gibt es verschiedene Anlageinstrumente auf dem Goldmarkt. Sie alle unterscheiden sich hinsichtlich des Risikos bzw. der zu erwartenden Kursschwankungen, dem anvisierten Zeithorizont und der Abhängigkeit vom Goldpreis.

    5.1 Goldbarren / Goldmünzen

    Risiko: In der Regel volatiler als Aktienfonds
    ​Zeithorizont: Offen
    ​Goldpreisbindung: 100%
    Rendite / Dividende: Goldpreisabhängig; in der Regel geringer als / volatiler als Aktienfonds; keine Dividende
    Steuerliche Vorteile: Steuerfrei nach einjähriger Haltung
    ​Einlagesicherheit: Teils bei Bankeinlagerung

    ​Sonstiges: ​​​​Feingold eignet sich besonders als Sicherheitsfaktor im Portfolio, weniger zur Renditenerzielung


    5.2 Gold ETC (Exchange-Traded Commodity)

    ​Risiko: Goldpreisabhängig; wie bei physischem Gold
    Zeithorizont: Offen
    Goldpreisbindung: 100%
    Rendite / Dividende: Goldpreisabhängig - i.d.R. geringer als Aktienfonds; keine Dividende
    ​Steuerliche Vorteile: Wie bei Münzen/Barren, wenn zu 100% durch Gold gedeckt
    ​Einlagensicherheit: Ja, bei Bankeneinlagerung

    Sonstiges: Keine Laufzeitbegrenzung; genaue Informationen über Kosten, Bedingungen, physische Hinterlegung und Goldeintauschrecht notwendig!


    5.3 Physisch besicherter Gold ETF (Exchange-Traded Fund):

    ​Risiko: Goldpreisabhängig; wie oben
    ​Zeithorizont: Offen
    Goldpreisbindung: 100%
    Rendite / Dividende: Goldpreisabhängig -  i.d.R. geringer als Aktienfonds; keine Dividende
    Steuerliche Vorteile: Keine (Quellensteuer fällt an)
    Einlagensicherheit: Keine

    Sonstiges: Ein ETF, der ausschließlich mit Gold handelt, ist in D nicht zugelassen (wohl aber in CH); Verkauf bzw. Lieferung von physischem Gold an Einzelanleger i.d.R. nicht vorgesehen


    5.4 ETF mit Index auf Goldfutures (Exchange-Traded Fund):

    Risiko: Hoch
    Zeithorizont: I.d.R kurz / mittel; es gibt ETF ohne Laufzeitbegrenzung
    Goldpreisbindung: Indirekt; Goldpreis ist lediglich Basiswert; Gewinne auch bei fallendem Kurs möglich
    Dividende / Rendite: Höhere Rendite als bei reinem Gold / Gold ETC/ETF möglich; keine Dividenden
    Steuerliche Vorteile: Keine (Quellensteuer fällt an)
    Einlagensicherheit: Keine

    Sonstiges: Erlaubt Gewinne auch bei fallenden Kursen


    5.5 ETF mit Aktien von Goldproduzenten (Exchange-Traded Fund)/ Einzelaktien von Goldunternehmen:

    Risiko: Mitte bis hoch
    Zeithorizont: Offen; von Anlegerseite meist mittel oder lang
    Goldpreisbindung: Teilweise; Faktoren wie Förderkosten, Akquisition, strategische Ausrichtung etc. spielen wichtige Rolle
    ​Dividende / Rendite: Höhere Rendite als bei reinem Gold / Gold ETC/ETF möglich; Meist Dividenden bei Einzelaktien
    Steuerliche Vorteile: Keine (Quellensteuer fällt an)
    ​Einlagesicherheit: Einlagen abgesichert (gilt nur für Fonds)

    5.6 Gold Aktien von Goldexploreren /Gold Juniors:

    Risiko: Mitte bis hoch
    Zeithorizont: Offen; aus Anlegersicht meist kurz bis mittel
    Goldpreisbindung: Indirekt; positive Gesamtstimmung auf dem Goldmarkt gefragt
    ​Renditen / Dividenden: Sehr hohe Renditen möglich; keine Dividenden
    Steuerliche Vorteile: Keine (Quellensteuer fällt an)
    Einlagensicherheit: Keine

    Sonstiges: Erlauben die höchsten Gewinne unter den Metall-/Rohstoffanlagen (bis 1000% und auch mehr); Kurse sind allerdings starken Schwankungen unterworfen. Wichtig ist es, einen flexiblen Zeithorizont zu haben.

    5.7 Zertifikate auf Gold / Optionen:

    ​Risiko: Hoch
    Zeithorizont: Meist laufzeitbegrenzt
    Goldpreisbindung: Indirekt; Goldpreis ist lediglich Basiswert; Gewinne auch bei fallendem Kurs möglich​​
    Rendite / Dividende: Hohe Renditen möglich; keine Dividenden
    Steuerliche Vorteile: Keine (Quellensteuer fällt an)
    Einlagensicherheit: Keine

    ​Sonstiges: Diese Instrumente gehören zu den komplexesten im Investmentgeschäft. Nur zu empfehlen für Anleger mit notwendigem Hintergrundwissen und klarer Investitionsstrategie. V.a. auf die Kosten (teils nicht immer klar ersichtlich) muss genau geschaut werden.


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    ​6. Kupfer - Alleskönner und Barometer für die Weltwirtschaft

    A picture taken inside a warehouse storing copper wires



    Das rote Halbedelmetall findet man überall im Einsatz, von reichlich profanen Aufgaben wie der Schneckenbekämpfung über seine Schlüsselfunktion in der Infrastruktur bis hin zu medizinischen Einsätzen und als Input in High-Tech Apparaturen. Es leitet Wärme und Strom, es ist einfach verformbar, resistent gegen Luft und Wasser, und noch dazu (relativ) ungiftig. Kupfer ist ein wahrer Alleskönner und wurde deswegen zusammen mit Gold und Zink schon von Anbeginn der Zivilisation abgebaut und verwendet.

    Der Abbau gelang, ähnlich wie bei Gold, relativ leicht, da Kupfer zum Teil bis heute noch gediegen in der Natur vorkommt, d.h. nicht nur als Element in einem größeren Mineralienkonglomerat, sondern in reiner Form. Kupfer wird in der ganzen Welt nachgefragt, und das unterscheidet es von vielen klassischen ‚High-Tech Metallen‘ wie Lithium oder Kobalt, oder von teuren Edelmetallen wie Gold und Platin.

    View of the ancient Mes Aynak monasteries, Afghanistan near the new Aynak copper mine site by Andre Ufer Explorado

    Kupfer leistete der Menschheit bereits vor Jahrtausenden seinen Dienst. Im Bild zu sehen ist die buddhistische Klosteranlage von Mes Aynak in Afghanistan. Das Kloster wurde um die Kupferminen herum gebaut, die ab dem 5. Jahrhundert in Betrieb waren. Heute möchte ein chinesischer Staatskonzern dort Kupfer im großen Stil abbauen. Das Bild versinnbildlicht, wie zeitlos das rote Metall ist.

    ​7. Der Kupfermarkt

    ​7.1 Kupfer: Wichtig für viele alte und neue Industrien - aber es wird knapp

    Die Kupfernachfrage nährt sich sowohl aus straken Infrastrukturinvestitionen vor allem aus asiatischen Ländern, als auch aus Produkten der ‚grünen Ökonomie‘, wie Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen. Bei letzteren liegt die Quelle der Nachfrage nicht in den Batterien begründet, sondern in der Tatsache, dass der Elektrokreislauf innerhalb des Fahrzeugs zu seiner Aufrechterhaltung deutlich mehr Kupfer benötigt als ein konventionelles Auto.

    Die stark anwachsende Flotte an Elektroautomobilen (neben PKWs auch vermehrt LKWs und Busse) wird innerhalb der nächsten Jahre zehnmal mehr Kupfer benötigen als heute. Hier wird sich mittelfristig also ein weiteres Feld für Kupfer erschließen. Das macht die Kupfergeschichte ja auch so interessant. Es gibt Einsatzzwecke in sehr vielen unterschiedlichen Bereichen, die mit verschiedenen volkswirtschaftlichen Einkommensstufen und Konsumtrends in Verbindung gebracht werden können. Während Kupfer die wachsende Industrialisierung in Südasien und große neue Infrastrukturprojekte in Ostasien, Lateinamerika und auch Afrika ermöglicht, werden die USA und die EU in den kommenden Jahren und Jahrzehnten einen großen Teil der alternden Infrastruktur ersetzen müssen. Noch dazu kommt dann ab ca. 2025 der wachsende Markt der E-Automobile, wobei Kupfer dabei nicht so sehr an den Batterien hängt, sondern an den Elektronikkreisläufen innerhalb der Fahrzeuge, sowie außerdem einen entscheidenden Anteil a Ausbau der entsprechenden Infrastruktur haben wird (hier v.a. Ladestationen).

    Ein voll elektrisch betriebenes Fahrzeug benötigt mit ca. 165 Pfund Kupfer mindestens dreimal soviel wie ein konventionell angetriebenes. (c) US Global Investors

    View of the new terminal construction site in Johannesburg, South Africa

    Kupfer ist so gut wie für alle Länder von Relevanz, egal ob High-Tech oder Bau. Im Bild die Baustelle des neuen Terminals am Flughafen von Johannesburg.  

    ​7.2 Das Angebot an Kupfer: Defizite ab 2020

    Obwohl die weltweite gesamte Kupferproduktion seit Jahrzehnten stetig zunehmen konnte, werden von den momentan vorhandenen Kupfervorräten aktuell gute 500,000 Tonnen mehr verbraucht als gefördert. Obwohl es bislang noch einen (stark schrumpfenden) Kupferüberschuss gibt, wird es im Laufe dieses Jahres eine erste Negativlücke geben, die sich weiter vergrößern wird. Die Situation wird in nächster Zeit durch das Angebot kaum verbessert werden können, da die meisten der in Kürze aktiv werdenden Projekte weder groß noch besonders ergiebig in Bezug auf ihren Mineralgehalt sind. Das Mittel der Kupfergehalte ist von 0,9% auf 0,67% geschrumpft, und scheint noch weiter zu fallen.

    Eine Anzahl an größeren Kupferprojekten wurde über die letzten Monate zur Produktion freigegeben, was aber höchst wahrscheinlich ein steigendes Kupferdefizit ab 2020, welches ab 2030 aufgrund der dann stark wachsenden E-Mobilität verstärkt werden könnte, nicht verhindern. Wir müssen im Moment mit einer sinkenden Produktion von ca. 3% jährlich ab ca. 2020 rechnen, wenn wir uns die vorausgesagten Produktionskapazitäten und den wie bereits erwähnten sinkenden Mineralisierungsgrad betrachten. Eine ganze Anzahl an wirklich produktiven Projekten müsste innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahren zur Produktionsreife gebracht werden, um diesem Trend entgegenzuwirken.

    Ich will mich nicht unnötig dem Verdacht aussetzen, ich sähe bei jedem Metall bereits einen ‚Peak‘ gekommen, d.h. dass die Produktion trotz steigender Explorationskosten zunehmend fallen wird. Wie gesagt konnte die Kupferproduktion stetig gesteigert werden, und die großen Produzenten wie Chile, Australien, Peru, und Indonesien haben bislang noch keinen Alarm geschlagen. Dennoch ist zumindest keine Ausweitung der Erzgrade bei Kupfer zu erwarten, und die gesamte Kupferindustrie, angefangen von den Explorern bis hin zu den großen Produzenten, wird sich reichlich anstrengen müssen, mit finanziell gesicherter Exploration, zuverlässiger Produktion und Verhüttung einen Abfall des Angebots zu verhindern. 

    ​Ein 2018 Report von Standard & Poor kommt allerdings zu einer doch recht dramatischen Einschätzung: Obwohl die Explorationsausgaben zwischen 2010 und 2014 so hoch waren wie noch nie, war die gefundene Gesamtkupfermenge über diesen Zeitraum ebenfalls so gering wie nie. Natürlich machen sich diese hohen Explorationsausgaben erst ca. ab 2020 bemerkbar, aber das Herabsinken an neuen Reserven ist durchaus prägnant.

    Wer diesen Report von Anfang an durchgelesen hat, dem wird dieses Bild bekannt vorkommen. Hatten wir das nicht schon mal? Oben, bei Gold? Yep. Die Situation ist ähnlich. Mit einem kleinen Unterschied, den ich unten noch ansprechen werde.

    Punkte zum Mitnehmen

    World map dshowing the countries with the largest copper production

    Chile ist mit Abstand der größte Kupferproduzent der Welt, gefolgt von Peru, China, USA, Australien, Kongo (DRC), Sambia, Mexiko und Indonesien

    ​8. Kupferpreis und Preisentwicklung: Von der zunehmenden Knappheit profitieren

    Die letzten Monate, vor allem seit März 2018, waren für Kupfer reichlich volatil. Über das zweite und dritte Quartal 2018 betrachtet, rauschte das Metall nach einem Höchststand von 7,200 USD/t im Frühjahr auf knapp über USD 5,800/t, erholte sich dann allerdings seit September wieder und scheint sich z.Z. auf Preise um die USD 6,200 einzupendeln - das hat sich auch seit Jahresbeginn 2019 kaum geändert.

    Wie können wir diese Zeichen einordnen? Wird die Erholung nachhaltig sein, oder sich sogar noch über USD 7,000/t verschieben können? Oder war es nur ein Intermezzo hin zu schwächer werdenden Preisen? ​Als Investoren im Explorationssektor sind wir v.a. an den mittel- und sogar langfristigen Trends interessiert, da diese auch die Wertigkeit von Explorationsprojekten beeinflussen. Schauen wir also auf diejenigen Faktoren, die Angebot und Nachfrage in nächster Zeit beeinflussen. 

    Die Nachfrage wird in nächster Zeit von zwei starken Trends dominiert. Zum einen war und ist Kupfer ja ein integraler Bestandsteil vieler realwirtschaftlicher Aktivitäten, v.a. Dingen in der Fertigungsindustrie und beim Bau von Infrastruktur - zunehmend aber auch in der E-Mobilität. In diesen Kategorien verzeichnet nach wie vor China die stärksten Wachstumsraten, und bleibt nach wie vor der größte Importeur. Daran ändern auch die etwas schwächeren Zahlen des Wirtschaftswachstums gegen Ende des Jahres 2018 nichts. Dementsprechend hat die wirtschaftliche Aktivität und ‘Gesundheit’ auch einen großen Einfluß auf die kurzfristige Kupferpreisbildung. Und ​obwohl China doch ziemlich gesund ist, hängt auch das Damoklesschwert namens 'Handelskrieg' (oder heißt es doch 'Trump') über dem Land und seiner Exportwirtschaft.


    ​9. Preisaussicht für Kupfer 2019


    Ich sehe hier die beiden widerstrebenden Faktoren 'realwirtschaftliche Nachfrage' (positiver Preisdruck) sowie 'Panik vor den Folgen des Handelskrieges' (negativer Preisdruck) auch als die Hauptursache für die oszillierende Bewegung der Preise um die 6,200er Marke herum. Keine der beiden Faktoren kann sich wirklich durchsetzen, keiner völlig überzeugen. Und obwohl tatsächliche negative Auswirkungen durch Zollmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden dürfen, so können diese alleine dennoch niemals alleine bestimmend für die Preisbildung sein. Denn zum einen exportiert China nicht ausschließlich in die USA. Und zum anderen sind insbesondere große Infrastrukturprojekte sowie die chinesische E-Automobilproduktion unabhängig von ausländischen Strafzöllen. Tatsächlich ist der Zusammenhang zwischen Zöllen auf Exportgüter und der Kupfernachfrage nicht nachweisbar. ​Zudem will die chinesische Regierung sowieso inländischen Konsum und inländische Investitionen anspornen. Die letzte Staffel der eingeführten Strafzölle allerdings kann sich auch erst ab Neujahrsbeginn bemerkbar machen. Investoren sollten sie nächsten Monate also wachsam sein und beobachten, ob die US Handelspolitik sich doch noch mal negativ auf die chinesische Gesamtwirtschaftsleistung auswirken könnte. Im Moment sind weitere Zollerhebungen erstmal auf Eis gelegt.

    ​Aktivitäten wie Güterfertigung, Infrastrukturausbau und –verbesserung, Wohnungsbau und Elektromobilität finden allerdings nicht nur in China statt. In diesen Bereichen sind die meisten OECD Länder zur Zeit sehr aktiv, inklusive der großen Schwellenländer Brasilien und Indien, die vor allen Dingen mit großflächigen Infrastrukturmaßnahmen glänzen. Hier sehe ich eine stabile Nachfrage für die nächste Zeit. ​Die Umstellung auf die Elektromobilität dürfte sich dabei besonders positiv auf die Kupfernachfrage auswirken. ​Jedes neue Voll-Elektrofahrzeug wird insgesamt die knapp vierfache Menge an Kupfer(drähten) benötigen wie ein konventionell betriebenes Fahrzeug. Bei einem Hybridauto wird immerhin noch die doppelte Menge benötigt. Bei bis zu 30% Elektrofahrzeugen auf den Straßen der Welt bis zum Jahr 2030 wird sich dieses Nachfragesegment in nächster Zeit deutlich bemerkbar machen. Vor allen Dingen dann, wenn die Umstellung auch für Busse und LKWs realisiert werden wird.

     

    Was können wir also vom Kupferpreis erwarten? Mittelfristig sollten sich aufgrund einer stabilen Nachfrage, aber eines nicht mehr sehr stabilen Angebots klare bullische Tendenzen durchsetzen. Kupfer wird teurer zu fördern werden, und es bleibt auf der anderen Seite eine der wichtigsten Ingredienzien für die Weltwirtschaft. Auch in das neue Jahr hinein sollten wir auf jeden Fall mit einer Stabilisierung um die jetzig bestehende Marke rechnen dürfen. Der einzige Grund für eine Talfahrt in den nächsten drei, vier Monaten wäre die oben angesprochene Durchschlagskraft der letzten Strafzollmaßnahmen - falls denn wirklich weitere folgen sollten. Hier heißt es zunächst noch abwarten. Sollte diese Gefahr abgewehrt werden können, wird sich das positive Preisszenario zunehmend durchsetzen und auch die USD 7,000/t Marke passiert werden. Das Jahr 2019 sollte also im Zeichen von stetig wachsenden Kupferpreisen stehen.


    ​10. In Kupfer investieren

    Kupfer gehört weltweit zu den gefragtesten Metallen, und zu dem an meisten verwendeten und damit gehandelten Gütern überhaupt. Die Nachfrage ist weniger spekulativ beeinflusst als die des Goldes, was an dem hohen Maß realwirtschaftlicher Verwendung liegt. Es sind damit in erster Linie makroökonomische Faktoren, welche den Kupferpreis beeinflussen.

    Insbesondere mit Blick auf die mittelfristig sehr positiven Aussichten auf die Entwicklung am Kupfermarkt ist es das Metall sicherlich wert, sich über Investitionen Gedanken zu machen, um an der Dynamik des Kupfermarktes teilzuhaben. Schauen wir uns also die Möglichkeiten hierfür an.

    Im Unterschied zu Gold und einigen anderen Edelmetallen ist es dem individuellen Anleger nicht möglich, Kupfer in bearbeiteter Form, also beispielsweise Barren, zu kaufen. Dies bleibt institutionellen Anlegern vorbehalten, und auch hier wird der Handel meist durch Optionen abgewickelt, und ein realer Transfer der Kupferkathoden findet in der Regel nicht statt.   Wer dennoch mit dem realen Gut handeln möchte, der muss also auf Münzen zurückgreifen, die an sogenannten Numismatikbörsen gehandelt werden.


    ​10.1 Kupfer Aktien

    Wesentlich populärer im Bereich Kupfer ist für den Einzelanleger deswegen auch der Kauf von Aktien der Kupferproduzenten bzw. Kupferexplorer. Im Gegensatz zu Gold gibt es keinen reinen Kupferproduzenten, also eine Minenfirma, die sich ausschließlich auf die Produktion von Kupfer konzentriert. Ausnahmen hierbei sind kleinere und jüngere Firmen, die gerade dabei sind, aus einer neu aufbereiteten Lagerstätte ihre erste Mine zu entwickeln. Allerdings produzieren so gut wie alle Kupferlagerstätten auch beigeordnete Metalle wie Gold, Silber oder Zink, bzw. Kupfer ist selber ein beigeordnetes Metall. Dennoch gibt es einige große Produzenten, bei denen Kupfer das Hauptgeschäft oder zumindest ein ganz wesentlicher Faktor im Gesamtbetreib ist:

         Freeport McMoRan (WKN: 896476)

         Rio Tinto (WKN: 852147)

         First Quantum Minerals (WKN: 904604)

         Glencore (WKN: A1JAGV)

         Antofogasta (WKN: 867578)

    Dies ist weder eine vollständige Auswahl noch soll dies darstellen, das diese Firmen anderen vorzuziehen sein, sondern dient lediglich einem ersten Überblick. Wie bei allen Metallen ist es auch bei den Kupferproduzenten so, dass diese von einem Preisanstieg zumeist deutlich mehr profitieren als der reine Rohstoff Kupfer, also zum Beispiel eine Münze. Die Produzenten haben einen größeren ‚Hebel‘. Auch sollte sich hier die spekulative Stimmung deutlich sichtbarer auswirken. Wenn es beispielsweise Fortschritte im Handelsstreit geben wird, erwarte ich auch dass sich dies in der Marktbewertung der großen Kupferproduzenten widerspiegeln wird.

    Ähnlich, nur aggressiver, sieht es bei den Kupferexplorern aus, also denjenigen Firmen, die mit der Suche nach Kupferlagerstätten und deren Aufbereitung in eine Kupfermine beschäftigt sind. Explorado verfolgt in seinem Portfolio derzeit fünf Explorer, die im Kupferbereich arbeiten:

         Deep South Resources (WKN: A3DGWF)

         Thunderstruck Resources (WKN: A2DWDS)

         Erdene Resource Development (WKN: A1J72B)

         Northisle Copper & Gold (WKN: A1JMCQ)

         Global Energy Metals (WKN: A2AQ7X)

    The properties of Thunderstruck Resources in Fiji

    ​Die vier z.Z. von Thunderstruck bearbeiteten Projekte auf Fiji

    Explorado bietet für den Bereich Explorer / Junior Mining zahlreiches Material an, um diesen Zweig besser zu verstehen, und davon profitieren zu können. An diese Stelle sei lediglich vermerkt, dass Explorationsfirmen, gerade wenn sie in einem Metall mit Bullenmarktpotential arbeiten und ein erfolgreiches Projekt haben, enormes Kurspotential nach oben bieten. Natürlich sind sie auf der anderen Seite auch anfälliger für Kursrückgänge. Wer sich für diese sehr interessanten Unternehmen interessiert, sollte sich vorher ein wenig einarbeiten, um die Chancen nutzen und die Risiken minimieren zu können.

    Link

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    ​10.2 Kupfer ETC und Kupfer ETF

    Mit ETCs kommen individuelle Anleger ihrem Metall außer dem direkten Kauf (den es bei Kupfer so ja nicht gibt), noch am nächsten. ETCs sind Zertifikate die mit dem physischen Metall hinterlegt sind, was also auch für einen gewissen Sicherheitsfaktor sorgt. Ein Kandidat hierfür beispielsweise ist der Kupfer-ETC der BNP, Hedged RICI Enhanced Copper TR Index ETC (WKN: PB8REC), oder der Kupfer (TR) ETC  (WKN:  PB8C0P).

    Mit einem ETF wiederum ist der Anleger näher beim Handel mit Wertpapieren gelandet, nur muss man sich als ETF Investor nicht die Mühe machen, jede einzelne Firma präzise zu analysieren, sondern kauft sich mittels ETF Anteilen einen Teil des Korbes, der aus einer ganzen Anzahl an verschiedenen Kupferaktien besteht. Ein Beispiel hierfür ist der Global X Copper Miners ETF (WKN: A143H5). Man sollte aber wie gesagt dabei bedenken, dass die in diesem Fond gehandelten Unternehmen neben Kupfer auch in der Produktion von Gold, Silber usw. involviert sind. Allerdings gibt es, wie in diesem Report besprochen, auch bei diesen Metallen keinen wesentlichen Grund zum Schwarzsehen. Im Gegenteil besteht die Möglichkeit, dass der Find durch diese multiplen Rohstoffe noch eine zusätzliche Stütze erfährt.


    10.3 Kupfer Zertifikate (Futures und Optionen)

    Im Falle von Kupfer gilt in Bezug auf Derivate das gleiche wie ich es für Goldzertifikate bereits aufgeführt habe. Es handelt sich um eine interessante Anlageklasse, die nach den Explorer Aktien vermutlich die zweithöchsten Renditeraten erzielen kann. AGrob gesagt bieten einem Futures oder Optionen die Möglichkeit, sowohl bei steigenden wie auch bei fallenden Preisen zu profitieren, wenn man seine ‚Wette‘ vorher richtig gesetzt hat. Aber, man muss sich auch in diese Form der Geldanlage etwas hineinarbeiten und genau wissen, was seine Anlageziele sind. Außerdem ist das individuelle Zertifikat hinsichtlich Basispreis, Laufzeit, Kosten etc. genau zu überprüfen. Die Laufzeit ist bei dieser Art der Anlage besonders wichtig, da die angenommene Preisentwicklung bis zu diesem Zeitpunkt stattgefunden haben muss, da das Papier ansonsten wertlos verfällt. Weiterhin muss man hier den Kupfermarkt und die Preisentwicklung besonders genau verfolgen. Zwei Beispiele für Zertifikate auf Kupfer sind das Unlimited Turbo-Zertifikat /Kupfer COMEX Rolling der Commerzbank (ISIN DE000CV3TH61) oder das Endlos-Zertifikat / Kupfer DZ BANK BestCommodity Kupfer (ISIN DE000DZ2X4B6).

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    ​11. Lithium - Der unverzichtbare Mobilitätsgarant

    Auch das Leichtmetall Lithium, dass zur Gruppe der Alkalimetalle gehört,  darf sich ohne Zweifel zu den neuen High-Tech Metallen, wahlweise auch zu den Mobilitäts- oder Batteriemetallen zählen. Interessant ist der Terminus ‚Leichtmetall‘, und in der Tat ist es das leichteste, bzw. das am wenigsten dichte elementare Metall. Aber Lithium überzeugt auch durch seine hohe Hitzeresistenz und seine Leitfähigkeit. Zu seiner Prominenz ist auf der einen Seite jedoch nicht so plötzlich und explosiv gekommen wie beispielsweise Kobalt, denn der Begriff Lithium-Ionen Akku ist ja schon seit dem Aufkommen der Handys, Digitalkameras und weiterer portabler Unterhaltungselektronik in aller Munde bzw. aller Hände.

    Innerhalb dieser Batterien wird mehr Lithium pro Einheit verwendet als es zum Beispiel mit Kobalt, Nickel, Graphit oder anderen Batteriemetallen der Fall ist: Lithium-Verbindungen werden in allen Phasen der elektrochemischen Zelle verwendet, also sowohl in der negativen, als auch in der positiven Elektrode sowie innerhalb des Elektrolyts.

    View of a brine lithium production in Argentina

    Salzsee-Lagerstätten wie diese in Argentinien bilden eine wichtige Basis für die globale Lithiumproduktion.

    ​Es wird also sowohl in der Kathode, der Anode als auch zum Lade- und Entladevorgang verwendet. Dennoch wird die Forcierung der E-Mobilität in erster Linie ein Garant für eine boomende Nachfrage nach Lithium während der nächsten Dekaden werden. Allerdings ist Lithium mehr als nur ein Mobilitätsgarant, und auch noch in vielen weiteren Bereichen unverzichtbar. Während der prozentuale Anteil der Lithium-Ionen Akkus bezüglich der Verwendung mit über 37% bereits am größten ist, geht ein gutes Drittel in die Glas- und Keramikproduktion. Beim größten Teil seiner Verwendungen kommt Lithium übrigens nicht als Metall zum Einsatz, sondern wird als Lithiumcarbonat oder Lithiumhydroxid gehandelt.


    ​12. Der Lithiummarkt

    ​12.1 Wie sich der Abschied vom fossilen Zeitalter auf Lithium auswirkt

    Wenn man sich die Pläne für anstehende Batteriegigafabriken ansieht, wird ersichtlich dass der Lithiummarkt auf jeden Fall stark wachsen wird. In den nächsten Jahren werden mindestens 15 solcher Fabriken weltweit gebaut werden, wobei dadurch die Produktionskapazität von den jetzigen 30 GWh auf 175 GWh pro Jahr erhöht wird. Zusätzlich stocken bestehende Werke ihre Kapazität deutlich auf. Der koreanische Kathodenhersteller SK beispielsweise erhöht die Produktion in seinem bestehenden Werk signifikant von 1,5 GWH auf 4GWh, und wird ein wichtiger Zulieferer für die Elektrofahrzeuge von Mercedes-Benz werden.

    Grafik zeigt die globale Batterieproduktion 2018-2030 in GWh

    Wir können davon ausgehen, dass wir eine immense Nachfragesteigerung zwischen 2022 und 2030 erfahren, obwohl der Preisanstieg aufgrund stetig zunehmender Nachfrage bereits heute deutlich ist.

    Ich gehe deswegen von mindestens 100,000 Tonnen Lithiummehrbedarf (der zur Zeit bei ca. 80,000 Tonnen pro Jahr liegt) jährlich aus, und zwar wenigstens über die nächsten vier bis fünf Jahre. SQM, einer der größten Lithiumhersteller weltweit, hat kürzlich auf einer Konferenz in Shanghai ähnliche Zahlen verlauten lassen.  Weitergerechnet allerdings werden wir nach derzeitigen Grundlagen bis zum Jahr 2030 die siebzehnfache Menge an Lithium benötigen, als sie in den Jahren 2016 und 2017 produziert worden ist! Es gibt bis jetzt aber kaum einen so hohen Output an Lithium aus den entsprechenden Minen, zumal längst nicht jede geförderte Einheit Lithium auch batteriefähig ist. Übrigens, auch wenn dies einen längeren Blick in die Zukunft erfordert: Eine komplette Umstellung aller Fahrzeuge hin zu Elektrofahrzeugen würde eine Verzwanzigfachung des Lithiummarkets nach sich ziehen, bzw. voraussetzen. In jedem Fall erfordert dieser Nachfragezuwachs, wenn er denn auch gedeckt werden sollte, eine Mehrinvestition in den nächsten Jahren um 10 Milliarden Dollar.

    Interessant im Lithiumsegment ist die Tatsache der enger werdenden Kooperation zwischen Produzenten und Endabnehmern, Batterieherstellern und auch den Automobilkonzernen selbst. Letztere übernehmen häufig auch eine wichtige Rolle als Finanzier bzw. Ko-Finanzier für produzierende Operationen oder sogar für Explorationsobjekte, die sich im Übergang zu produzierenden Minen befinden. Das ist insgesamt betrachtet ein recht entschlossenes Vorgehen, wie man es ansonsten von Endabnehmern selten kennt. So gibt es zum Beispiel einen Verkaufsvertrag zwischen dem überaus erfolgreichen australischen Lithiumproduzenten Pilbara Minerals und dem chinesischen Automobilhersteller Great Wall Motors.  Toyota ist ebenfalls im Spiel und kaufte sich 15% von Orocobre. Und auch die deutschen Hersteller suchen nach solchen Zielen. Besonders VW dürfte hier bereits gezeichnet sein, hatte der Konzern doch letztes Jahr erfolglos versucht, sich Kobaltvorräte für die nächsten Jahre durch eine Ausschreibung zu sichern. Wie gesagt ist diese Strategie, die auch für die Automobilkonzerne Neuland sein dürfte, nachvollziehbar. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren weitere Deals dieser Art sehen werden.


    ​12.2. Das Angebot an Lithium: Es gibt genug, aber kann es auch ausreichend schnell erschlossen werden?

    Der große Unterschied zu Kobalt besteht in erster Linie in der entspannteren Situation des Angebots. Wie es weiter unten beschrieben ist, wird sich die Nachfrage nach Lithium, und speziell nach Lithiumcarbonat signifikant vergrößern – aber im Gegensatz zu Kobalt ist das Angebot als preiselastisch anzusehen. Das heißt, eine steigende Nachfrage, die steigende Preise bewirkt, wird auch das Angebot vergrößern. Sowohl die Geologie als auch die Geopolitik sprechen dafür.

    Bei Lithium unterscheiden wir zwei Typen von Lagerstätten: Die primären, bei denen das Metall in Mineralien und Festgestein eingebettet ist, ähnlich wie bei den meisten anderen Metallen. Die Sekundärlagerstätten sind Ergebnis sedimentärer Prozesse und führten zu teils großflächigen Ablagerungen von Lithiumchlorid in Salzlaugen.

    View of a lithium brine production site in Argentina

    Abbau aus Salzlaugen in Argentinien. Diese Sekundärlagerstätten weisen die größten Lithiumreserven auf - und machen Südamerika zu einem wichtigen Player

    Mit Bezug auf den ersten Lagerstättentyp finden wir Lithium sowohl in Pegmatiten vor, als auch in den sogenannten Lithium-Micas, worunter u.a. die lithiumhaltigen Mineralien Lepidolith, Muscovit und Zinnwaldit fallen, mit bis zu neun Prozent Lithiumanteil. Westaustralien mit seinen großen Pegmatitgängen gehört hier zu den größten Abbaugebieten des Primärlithiums. Greenbushes im Süden von Western Australia verfügt über die höchste Mineralisierung unter den Primärlagerstätten mit 120 Millionen Tonnen bei 2,4% Li2O. Südamerika fällt allerdings die Führungsrolle bei den Sekundärlagerstätten zu: Chile, Bolivien und Argentinien sind nicht nur bedeutende Produzenten, sondern weisen auch hohe Reserven auf.

    Die Lithiumgewinnung ist generell preiswerter bei Salzlaugenlagerstätten, obwohl diese wiederum in der Regel auch über geringere Mineralisierungsgarde verfügen. Innerhalb der Primärlagerstätten haben etliche Produzenten in letzter Zeit Verfahren entwickelt, mit denen sich Lithium aus Micas günstiger als aus Spodumen gewinnen lässt.

    Dies ist bei der Beurteilung von Lagerstätten für Investoren wichtig zu wissen, genau wie die Tatsache, dass ähnlich wie beim Kobalt nicht jede Lithiumlagerstätte auch batteriefähiges Material liefert.  Bei einen typischen Boommetall wie Lithium bzw. Lithiumcarbonat ist es klar, dass eine Menge Projekte auf den Markt drängen, wobei eine zunehmende Zahl als nicht seriös einzustufen ist. Neben den üblichen Bewertungskriterien sollten Investoren auch auf die genannten Faktoren sehen. Es wird in einigen Jahren, wenn viele der jetzigen Explorationsprojekte beginnen zu produzieren, einen Verdrängungswettbewerb geben. Dann wird die Qualität des Materials, aber auch die Kostenstruktur entscheidend sein. Sich diese Kostenstruktur bei weiter fortgeschrittenen Explorationsprojekten genauer anzusehen wird also zunehmend wichtig.

    ​Punkte zum Mitnehmen

    World map displaying the countries with the largest production of lithium

    Australien war dank seiner wachsenden Spodumenreserven der größte Lithiumproduzent 2017. Chile und Argentinien holen allerdings mit ihren Sekundärlagerstätten rasch auf. Dahinter folgen China, Zimbabwe, Portugal und Brasilien. Der globale Süden dominiert also die Produktion recht stark. Vor allen Dingen werden in Südamerika, insbesondere in Chile, die größten Reserven an Lithium vermutet. Das Land kann mittelfristig also zum größten Produzenten aufsteigen.

    ​13. Lithiumpreis und Preisentwicklung: Die Automobilkonzerne entscheiden

    Sieht man sich die vorausgehende Analyse bezüglich der Nachfragekräfte und der Angebotssituation an, sollte klar sein, dass wir es auch im Lithiumsegment mit stabilen, und zwischenzeitlich auch steigenden Preisen zu tun bekommen, falls doch Lieferengpässe auftreten sollen. Die grundsätzliche Schwierigkeit bei Preisvorhersagen im Bereich Lithium beruht allerdings auf der Tatsache, dass es nicht den einen Lithiumpreis gibt. Grundsätzlich muss zwischen Lithium als Metall und von Lithium abgeleiteten chemischen Substanzen wie Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid unterschieden werden:

    Grafik zeigt die verschiedenen Derivate aus Lithium

    Außerdem wird Lithium im Moment noch nicht öffentlich gehandelt, d.h. es kann nicht über die Metallbörsen veräußert werden. Der Preis wird über fixe Kontrakte zwischen Produzenten und Abnehmern bestimmt, so wie das bei vielen spezialisierten Metallen (u.a. auch Kobalt, Graphit, Chrom etc.) der Fall ist. Aber natürlich gibt es dennoch Preise, und diese Preise bestimmen natürlich die Attraktivität des Lithiumsegments.

    Diese Preise müssen allerdings auf komplexere Weise analysiert und studiert werden. Zum Zwecke der Rohstoffinvestition ist das aber nicht notwendig, genauso wenig wie eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema der Lithiummaterialen, wie in der Graphik beschrieben. Da Investoren ‚nur‘ mittels direkter Beteiligung an den Unternehmen (Exploration, Förderung und Weiterverarbeitung) oder an einem Index bzw. Indexzertifikat an Lithium verdienen können (und sich eben keine Lithiumtonne in den Keller stellen können), reicht uns eine Bestimmung des Trends.

    ​Hier sollten wir zwischen der kurzen und der mittleren Frist unterscheiden: Zu Beginn des Jahres 2018 kam es erstmals seit drei Jahren zu Rücksetzern bei den Lithiumpreisen. U.a. wurde dies durch einige Analysen hervorgerufen, die auf ein mögliches Überangebot an Lithium hinwiesen. Muss man das ernst nehmen? Das ist eine komplizierte Frage, wenn es um Lithium geht. Zum einen stimmt es, dass in einem Bullenmarkt auch viele Projekte generiert werden, weil die sich gut vermarkten lassen. Der Markt ist also voller geworden, und die Zukunft wird mehr Lithium produzieren. Und v.a. aus Chile und Bolivien dürfte das Angebot in den nächsten Jahren zunehmen. Die wirklich interessante Frage ist, ob die Zunahme des Angebots der Nachfragesteigerung zuvorkommt? Hier gibt es tatsächlich widerstrebende Ansichten. Möglicherweise werden die Jahre vor 2025, wenn der E-Mobilitätsboom wahrscheinlich richtig durchschlagen wird, von einem Überangebot gekennzeichnet sein. ​In diesem Falle wären Explorationsprojekte besonders benachteiligt, da sich Finanzierungspartner schwerer finden ließen. Eine wahrscheinliche Ausnahme wären solche Projekte die bereits starke Partner (z.B. Kathodenhersteller) haben. Das bedeutet aber auch, dass sich Investoren in Explorer ihr Projekt besonders genau ansehen sollten.

    ​​Ähnlich wie bei Kobalt kann es mitunter zu räumlich oder zeitlich begrenzten Umständen kommen, welche die Preise kurz absacken lassen. Ein möglicher Knackpunkt in dieser Hinsicht ist z.B. die Kapazität der Konversion vom abgebauten Material hin zur Kathode. Hinkt diese Kapazität hinterher, gäbe es weniger Kathodenmaterial auf dem Markt. Der Lithiumpreis würde steigen – aber eben nicht für das Rohmaterial, sondern für das Kathodenmaterial. Möglich ist auch eine Konsolidierung der Verarbeiter. Eine kleinere Zahl könnte wiederum mehr Druck auf die Produzenten ausüben, und bessere Preise an der Mine anfordern. Das sind aber erst noch mögliche Szenarien, die Explorado weiter beobachten wird. ​

    Für 2019 lässt sich zunächst festhalten, dass sich der Markt in einem Übergangsstadium befindet - weg von einem unbekannten, der von viel kurzfristigem Hype und vielen unwissenden Akteuren bespielt wurde, und hin zu einem reiferen, bei dem Angebots- und Nachfrageszenarien die Preisaussichten bestimmen. Ein deutliches und nachhaltiges Absinken der Preise ist kaum zu befürchten, denn die langfristigen Aussichten sind bei starker Nachfrage gut. Zeitpunkt, Art der Investition und Investitionsziele sollten aber klarer gewählt werden, wenn man von diesem Rohstoff profitieren will.   


    ​14. In Lithium investieren

    Auf Lithium gab es nach 2016, aber insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte 2017 einen enormen Run, ausgelöst durch mediale Befeuerung sowie stark steigende Kurse. Die Preisrallye bei Lithium und Kobalt gehörte sicherlich zu den stärksten im Bereich der Metalle und Rohstoffe der letzten Jahre, und hat einigen Investoren sehr gute Gewinne beschert.

    Wie im Lithiumkapitel beschrieben hat sich dieser Hype seit 2018 wieder etwas beruhigt. Zum Glück muss man sagen, denn je weiter sich eine Entwicklung von ihrer Norm und ihres tatsächlichen Preisniveaus entfernt, desto ungemütlicher wird das folgende und unvermeidliche Crash-Szenario. Von einem Crash kann man bei Lithium sicherlich nicht sprechen. Und auch wenn die Kursszenarien der letzten Monate eher in Richtung rote Zahlen tendieren, bleibt Lithium für Investoren eine sehr attraktive Zieldestination, wie ich es im entsprechenden Kapitel ausführlicher beschreibe. Lithium wird in den nächsten zehn, zwanzig Jahren zu den gefragtesten Rohstoffen zählen, und Investoren werden davon sicherlich profitieren können.  

    Der Lithiummarkt ist, wie weiter oben dargestellt, komplex. So ist es auch nicht ganz einfach, als Investor Hand an diesen Markt zu legen. In der Tat zeichnet sich dieser Markt durch die relativ geringen Möglichkeiten aus, die Investoren haben, sich zu beteiligen. Physisches Lithium wird öffentlich nicht gehandelt, sondern unterliegt meist sogenannten Offtake-Agreements, also langfristigen Lieferverträgen zwischen den Produzenten und Endabnehmern. Viele Hersteller von lithiumbasierten Batteriechemikalien, Batterieteilehersteller (wie z.B. Kathoden- oder Anodenproduzenten) aber aich Automobilkonzerne selbst (also die wahren Endabnehmer) haben inzwischen Beteiligungen an den Lithiumminern oder auch an erfolgversprechenden Explorern hergestellt, um sich den Rohstoff zu sichern. Für den freien Markt bleibt deshalb so gut wie kein Platz. Zwar wollte bzw. will beispielsweise die LME 2019 oder 2020 ein Zertifikat auf Lithium einführen. Bis es aber soweit ist, bleibt Investoren nur die direkte Beteiligung an den Produzenten bzw. Explorern, oder die indirekte über ETFs.    


    ​14.1 Lithium Aktien (Lithiumproduzenten; Lithiumexplorer)


    Das Lithiumgeschäft, zumindest was die Produktion betrifft, wird von einem Oligopol einiger großer gemischter Minenkonzerne betrieben: Chiles SQM (WKN 895007) ist z.z. noch der größte unter Ihnen. SQM baut Lithium ab, ist aber auch ein bedeutender Hersteller von Chemikalien und Düngemitteln (auf Kalibasis). Albermarle (WKN: 890167)  spielt in einer ähnlichen Liga, und hat sich jüngst stark in Australien eingebracht und ausgedehnt, inklusive der Verarbeitung in batteriefähige Chemikalien (siehe auch hier: https://explorado.markets/strategische-batteriemetalle-das-neue-grosse-spiel/). Schließlich sollte man sich auch noch die (ehemalige) FMC Corp sowie Orocobre (WKN: A0M61S) anschauen, die ebenfalls zu den großen Spielern gehören. Interessant ist hier v.a. FMC, das im Herbst des Jahres 2018 seine Lithiumsparte mittels eines IPO verselbstständigt hat, welche nun unter dem Namen Livent (WKN: A2N464) firmiert. Bei Livent handelt es sich nun um den größten reinen Lithiumplayer....des Westens. Denn China hat seine beiden Lithiumgiganten Tianqi (ISIN: CNE100000T32) und Ganfeng (WKN: A2N6UN) ebenfalls mittels IPOs ins Rennen geschickt. Beide sind sowohl im Abbau- wie auch im Weiterverarbeitungsgeschäft involviert, und interessante Alternativen zu den Firmen aus dem Westen.

    Spannend und mehr als eine Überlegung wert sind mögliche Investitionen in die Lithium-Juniors. Denn die Nachfrage nach Lithium ist so stark im Wachsen begriffen, dass über die nächsten Jahre dringend hochwertige Lagerstätten gefunden und in betriebsfertige Abbaustätten umgewandelt werden müssen. Investoren sollten sich wie immer in diesem hochprofitablen aber von Fallstricken nicht freien Bereich genau über die betreffende Firma informieren. Gefragt sind Lagerstätten mit batteriefähigem Lithium (was längst nicht auf jede Stätte zutrifft). Idealerweise gibt es bereits eine Verbindung zu einem Batterieproduzenten oder sogar Automobilhersteller, was die Finanzkraft des Juniors erheblich erhöht. Explorado selber hat zur Zeit noch keinen Lithium Explorer in seinem Portfolio. Einige Firmen, die eine genauere Recherche Wert sind folgen hier:

    QMC Quantum Minerals (WKN: A1JH3Y), mit Projekten im kanadischen Manitoba

    Venture Minerals (WKN: A0KEX4), hat sich kürzlich sechs Explorationsprojekte gesichert 

    Lithium Energi Exploration (WKN: A2H5MG), ein kanadischer Explorer mit Interessen und Projekten vor allen Dingen in den argentinischen Salzlaugen (Brine-Deposits), eine interessante Alternative zu den Spodumen (Hard-Rock) Projekten.

    Für alle, die sich mehr mit dem Sektor der Explorer und Mining Juniors befassen wollen, empfehle ich sich weiter zu informieren, zum Beispiel an den folgenden Stellen bei Explorado:

    Link

    Link 


    ​14.2 Lithium ETF

    Der Global X Lithium & Battery Tech ETF (WKN: A143H3) ist ein gutes Beispiel für einen ETF starker Bindung an die Lithiumproduzenten. Mittels dieses ETFs werden die größten Lithiumproduzenten abgebildet. Besonders interessant bei diesem Fond ist die Tatsache, dass er recht breit in die gesamte Wertschöpfungskette der Lithiumindustrie investiert. Hier finden sich also meine von mir so geschätzten Explorer genauso wie Lithiumproduzenten aus Südamerika und Australien wie die Hersteller der batterierelevanten Lithiumchemikalien wie beispielsweise Lithium-Hydroxid. Insbesondere für den komplexen Lithiummarkt macht diese Methode viel Sinn, denn wie ich es weiter oben dargestellt habe, sind je nach Entwicklung der einzelnen Industriezweige starke Gewinnverschiebungen zwischen Upstream (Exploration und Förderung) und Downstream (Weiterverarbeitung) möglich und in der Tat zu erwarten.   


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    ​15. Kobalt - Das Erdöl des 21. Jahrhunderts?

    EV powered Smart vehicles being charged in Berlin, Germany

    Das zur Gruppe der Übergangsmetalle oder auch Buntmetalle zählende Kobalt war lange Zeit als eher unscheinbare Ingredienzie zum Beispiel im Färbeprozess von Glas- oder Keramikprodukten bekannt bzw. tatsächlich eher unbekannt. Aber mit dem Aufkommen der Lithium-Ionen Akkus im Allgemeinen, und der E-Mobilität im Speziellen durchlief das blaue Metall eine drastische Wandlung. Nun läuft es in zahlreichen Artikeln, Blogs, Newslettern etc. unter Begriffen wie ‚High-Tech Metall‘, ‚Batteriemetall‘, ‚Mobilitätsmetall‘ etc. Die Grundlage dafür ist in der wichtigen Rolle des Metalls als integraler Bestandsteil der Kathode der Lithium-Ionen Akkus zu suchen. Zwar wird diese Kathode aus mehreren Metallen zusammengesetzt, aber Kobalt ist bislang unverzichtbar als Garant für einen stabilen Kreislauf zwischen Kathode und Anode. Kobalt bedeutet Sicherheit in den Batterien, was v.a. angesichts der neuen Hochleistungsbatterien in den reinen E-Autos von hoher Wichtigkeit ist.

    ​16. Der Kobaltmarkt

    ​16.1 Warum das 21. Jahrhundert Kobalt benötigt

    Die Urkraft, welche die globale Umstellung auf die E-Mobilität entfaltet und noch entfalten wird ist nicht zu unterschätzen, insbesondere nicht ihre Wirkung auf die Rohstoffmärkte: Etliche Regierungen, u.a. die Frankreichs (bis zum Jahr 2040) und Großbritanniens (bis 2050) erklärten, dass alle Fahrzeuge bis zu diesem Zeitpunkt emissionsfrei unterwegs sein würden. Volvo will ab 2019 nur noch Elektro- bzw. Hybridfahrzeuge fertigen. Volkswagen, Tesla, Mercedes-Benz, BMW, sowie eine Zahl an hierzulande kaum bekannten, aber großen Herstellern von Fahrzeugen aus China – sie alle haben zusammen dreistellige Milliardensummen bereitgestellt, um die Entwicklung von leistungsfähigen Elektrofahrzeugen voranzutreiben. Und obwohl der Preisdruck auf wichtige Rohstoffe, welche diese Umstellung überhaupt erst ermöglichen bereits jetzt steigt, ist es auch klar, dass der wahre Boom erst in ein paar Jahren einsetzen wird (siehe Grafik gegenüber):

    Graph showing the production of EV cars between 2016 and 2030

    Innerhalb der nächsten 12 Jahre wird sich die Produktion von batteriegetriebenen Fahrzeugen also mindestens verachtfachen – aber es wird auch darüber hinaus, also nach 2030, gewaltige Steigerungen geben. Man bedenke nur, wenn erst China ein Gesetz erlassen haben wird, das ebenfalls alle konventionell angetriebenen Fahrzeuge bis zu einem bestimmten Zeitpunkt von der Straße verbannt haben wird. Aber auch ohne diese noch hypothetische Gesetzgebung wird  die Nachfrage nach Kobalt also deutlich zunehmen, von jetzt ca. 100,000 pro Jahr auf dann mindestens 315,000 Tonnen.

    In letzter Zeit gab es vermehrte Spekulationen und Diskussionen, ob auf Kobalt mehrheitlich oder sogar ganz verzichtet werden könne. Für die Batterie- und Automobilhersteller wäre das natürlich aufgrund der Preislage eine gute Nachricht. Und v.a. Tesla hatte jüngst immer wieder geäußert, dass man auf dem Weg zu einer erheblichen Kobaltreduktion aufgrund Substitution durch andere Metalle sei. Es stimmt, das an der sogenannten 8-1-1 Batterie, oder kurz der 811 gearbeitet wird, also einem Batterietyp, der zu 8 Teilen Nickel, 1 Teil Kobalt und 1 Teil Mangan zusammensetzt. Bislang liegt der Anteil der drei Metalle bei ziemlich äquivalenten 33% (die sogenannte 1:1:1 Batterie). Mit der 811 Batterie würde also der Kobaltanteil um gut 23% abnehmen. Allerdings ist Kobalt wie oben beschrieben ein Sicherheitsgarant für die elektromagnetischen Abläufe innerhalb der Batterie. Und noch dazu sieht es so aus, als ob die Herstellung der 811 Kathode wesentlich teurer sein wird, als die der ‚gewöhnlichen‘ 1-1-1 Kathode. Es spricht also längst nicht alles für diesen neuen Batterietyp.

    Insgesamt bedeuten diese Forschungsarbeiten nach neuen Batterietypen dass ab ca. 2025 die relative Menge des Kobalts innerhalb der Batterien zunächst etwas abnehmen wird - absolut gesehen allerdings wird die Nachfrage weiter wachsen, und es sieht nicht so aus, als ob sich an dieser Tendenz etwas ändern würde. 


    ​16.2 Für kaum ein Metall ist die Angebotslage so komplex wie für Kobalt

    Die Versorgungslage bei Kobalt wurde immer wieder thematisiert und ist in der Tat kritisch. Immerhin hatte der schweizer Rohstoffgigant Glencore kürzlich fast eine Milliarde Dollar investiert, um seine Anteile an den beiden riesigen kongolesischen Kupfer-Kobaltoperationen Mutanda Mining  und Katanga Mining zu erhöhen. Außerdem sieht so aus, als ob in den nächsten fünf Jahren fünf neue (Kupfer-)Kobaltminen aktiv werden, die zusammen circa 50,000 Tonnen des blaugrauen Metalls produzieren werden. Dies reicht allerdings nicht aus, um die substantiell gestiegene Nachfrage zu befriedigen. Noch dazu befinden sich die größten Gruben in Ländern, in denen entweder politische Spannungen sowie eine unsichere Gesetzeslage (DR Kongo), oder für die Minen negative legislative Veränderungen die Produktion immer wieder zum Erliegen lassen bzw. stark limitieren können (Philippinen, Indonesien). Kobalt ist aus diesen Gründen also nicht besonders preiselastisch, d.h. selbst anziehende Preise werden nicht unbedingt in ein entsprechendes Angebotswachstum übersetzt.

    An artisanal cobalt mine is being worked in Congo, DRC, by Andre Ufer Explorado
    View into the pit of an artisanal cobalt mine in DRC, Congo

    Der Kongo steuert bis zu 60% des globalen Kobaltangebots bei – zum Teil aus Kleinminen wie diesen hier. Weiterverarbeiter und Endabnehmer befürchten aufgrund der teils schlechten Arbeitsbedingungen erhebliche Imageschäden, wenn sie unkontrolliertes Kobalt aus dem Kongo beziehen. 


    Zu spüren bekam dies im Jahr 2017 u.a. Volkswagen: In einer der größten Ausschreibungen der deutschen Nachkriegs-Wirtschaftsgeschichte im Wert von 50 Milliarden Euro versuchte der größte europäische Automobilkonzern, sich den Kobaltvorrat für seine geplante E-Auto Flottille zu sichern, und...scheiterte; vorerst zumindest. Um es auf den Punkt zu bringen: Niemand besitzt soviel Kobalt, und niemand kann sagen, ob es gelingen wird, sich solche Vorräte überhaupt zu sichern. Diese Episode zeigt aber vor allem, wie nervös die Endabnehmer sind. Auch der weltgrößte Lithium-Ionen Hersteller, die chinesische ‚Contemporary Amperex Technology (CAT)‘ versucht sich das Rohmaterial über Investitionen direkt bei den Minenbetreibern zu sichern. Überhaupt sind die großen chinesischen Batteriehersteller im Bereich ‚direkter Zugriff‘ äußerst aktiv, um nicht zu sagen sogar aggressiv. Für alle übrigen Player, also nicht-chinesische Batterie- oder Automobilhersteller bedeutet dies, in eine zunehmende Zange der Abhängigkeit von zwei Ländern zu kommen, nämlich der DR Kongo, die 60% der Produktion kontrolliert sowie über 90% der Kobaltreserven verfügt, als auch von China, dass sich seine Vorräte über Direktbeteiligungen direkt an der Quelle sichert.

    Die Grafik zeigt diese erste Abhängigkeit vom Produzenten deutlich auf. Russland folgt mit etwas über 5,000 Tonnen bereits weit abgeschlagen auf Platz 2. Steigerungen können allerdings Kanada und Australien erfahren. Diese beiden Länder werden deswegen für Investoren besonders von Interesse sein, und Explorationsprojekte mit batteriefähigem Metalle sollten starke Bewegungen nach oben erfahren. Dies wären auch mögliche Quellen, mit der sich nicht-chinesische Batterie- und Automobilherstellern absichern könnten!

    Neben den politischen Schwierigkeiten und der Tatsache, dass Kobalt häufig als Nebenprodukt bezogen wird, kommt noch die Gegebenheit hinzu, dass längst nicht jede geförderte Einheit Kobalt auch batteriefähiges Kobalt ist. Und schließlich und endlich ist gerade Kobalt aus dem Kongo auch häufig mit arbeits- und sogar menschenrechtlichen Problemen wie Kinderarbeit verbunden. All diese Punkte belasten das Angebot zusätzlich, bedeuten aber auch eine substantielle Prämie für Kobalt, welches von all diesen Punkten nicht beeinflusst wird!

    ​Punkte zum Mitnehmen

    ​17. Kobaltpreis und Entwicklung des Kobaltpreises: Warten wird sich auszahlen

    Diese Tatsachen, also die bereits durch Budgetumschichtung in Milliardenhöhe sowie durch politische Initiativen in die Wege geleitete weltweite Umstellung der Mobilität, sowie die äußerst prekäre Situation des Angebotes haben seit der zweiten Jahreshälfte 2016 zu einer wahren Preisexplosion bei Kobalt geführt. Der Preis verdreifachte sich von gut US$ 30,000 pro Tonne auf zwischenzeitlich über US$ 90,000. Die Steigerung war durchaus gerechtfertigt, und wie bei keinem zweiten Metall sind sich die meisten Analysten einig, dass die Preise auf hohem Niveau, also auch mittelfristig über US$ 80,000 pro Tonne bleiben dürften. Wenn die Umstellung der Antriebsquellen ab 2025 dann erst mal richtig Fahrt aufnimmt, könnten weitere deutlich Sprünge nach oben zu verzeichnen sein. Ebenso, wenn die drastische Enge des Angebots bzw. die Abhängigkeit spürbar werden wird. 


    Und dennoch gab es ab dem frühen Sommer 2018 auch bei Kobalt, wie bei so vielen anderen Metallen preisliche Rücksetzer:

    Von Ende März bis zum Oktober fiel der Preis von über US$ 90,000 auf gute US$ 50,000 pro Tonne. Einige Analysten gehen sogar so weit zu sagen, der Boom sei vorbei. Nun, wir kennen das: Geht es aufwärts, haben wir einen Megatrend, der nie vorbeigehen wird. Lassen Preise nach, ist alles Mist und der Weltuntergang steht bevor. Was aber waren die Gründe für diesen tatsächlichen Preisrückgang?

    Zum einen reagierten etliche Projekte v.a. im Kongo auf den enormen Preisanstieg. Kobalt wird im Kongo als Nebenprodukt von Kupfer bzw. in artisanalen Kleinminen gefördert. Beide Sparten reagierten schnell, und konnten auf die Preise reagieren. Die wahre Nachfrage beginnt aber eben erst, so dass wir es mit einem kurzfristig satten Angebot zu tun hatten. Aber dieses wird über die nächsten Jahre nicht ausreichen.

    Zweitens reagierte auch Tesla, und kündigte in seiner üblichen wenig bescheidenen Art an, Kobalt vollständig in seinen Batterien ersetzen lassen zu wollen. Wie ernst soll man solche Aussagen nehmen? Natürlich hat die besprochene Umstellung der Batterietechnik einen Einfluss auf die Nachfrage, aber eben nur einen relativen, keinen absoluten (mehr über die Batterietechniken und die Rolle von Lithium und Kobalt finden Sie hier: ​https://explorado.markets/produkt/die-milliardenmaerkte-der-e-mobilitaet-lithium-und-kobalt/)​​​. Ganz deutlich muss aber auch herausgehoben werden, dass sich neue Batterietypen die Leistung und Sicherheit versprechen sollen, nicht über Nacht entwickeln lassen können. Etliche Jahre werden bis zur Serienreife ins Land gehen, und auch dann werden kobaltarme (kobaltlose wird es aller Voraussicht nach gar nicht geben) nur einen gewissen Prozentsatz am Marktanteil erobern. Die Produktionskosten dürften nämlich sehr hoch liegen.  Das bedeutet, die Nachfrage wird gegenüber heute weiter drastisch zunehmen.

    Und die komplexe Angebotssituation bleibt bestehen, solange der Kongo nicht wie die Schweiz regiert wird. Das Land scheint eine drastische Erhöhung der Förderabgaben auf Kobalt durchzusetzen, und die Stimmung zwischen der Bergbauindustrie und der Regierung ist gereizt. Unklar ist auch, wie Endabnehmer 'ethisch sauberes' Kobalt aufkaufen können, wenn unzertifizierte Produktion aus tausenden Kobaltminen mit zertifiziertem (also sozialen Standards befolgender) Kobalt gemischt wird. Ein in dem RIesenland kaum zu lösenden Problem. Obwohl es ohne die Produktion aus dem Kongo nicht gehen kann, werden Anbieter von qualitativ hochwertigem Kobalt aus sicheren Destinationen wie Australien, Kanada, USA und auch Europa am Markt eine herausgehobene Position bekleiden, was auch für Explorationsprojekte gelten wird.

    Allerdings gibt es kurzfristig, d.h. bis einschließlich Ende 2019 / Anfang 2020 eine Änderung im Kobaltmarkt zu beachten: Wie es die Grafik auch klar darstellt, wird der große Boom der Elektroautoproduktion erst ab ca. 2025 folgen, und sich die Knappheit des Angebots erst ab dann wirklich bemerkbar machen. Nächstes Jahr (also 2019) hingegen dürfte es ab der zweiten Jahreshälfte zu einem leichten Überangebot kommen. Die erste Jahreshälfte ist davor noch geschützt, v.a. seit durch die Uranbelastung in Glencores' Kamoto Mine nächstes Jahr erstmal 30,000 Tonnen am Kobaltmarkt fehlen werden (siehe unter 'Aktuelles zu Kobalt, November 2018). Falls Kamoto aber wieder ab Jahresmitte verkaufen kann, kommt natürlich viel Material dazu. Da kann es dann auch wieder zu Preisrücksetzern v.a. in den letzten beiden Quartalen kommen.  Dann aber wird die Nachfrage weiter an Dynamik gewinnen. Je tiefer die Preise in den nächsten 12 Monaten fallen, desto höher steigen sie danach (also zu Beginn 2020).  Wir sollten dabei nicht vergessen, dass alleine im Jahr 2019 über 200 reine Elektroauto-Modelle vorgestellt werden. Die Fahrtrichtung ist also klar.

    Also: alle Anlagemöglichkeiten sind und bleiben zunächst einmal attraktiv. Die Angebotssituation sollte insbesondere 2019 von interessierten Investoren beobachtet werden. Ansonsten aber sollte man die Fundamentaldaten auf sich wirken lassen, und sich nicht von allzulautem Gekreische der Märkte beeindrucken lassen. Falls die Preise 2019 auf dem jetzigen Niveau bleiben oder ggfs. sogar noch ein wenig fallen sollten, so ist das höchstens ein gutes Kaufsignal für gut informierte Investoren. ​Profitieren sollten auch weiterhin Explorationsprojekte in sicheren Jurisdiktionen. In Acht nehmen sollten sich Anleger mit Zertifikaten mit kurzer Laufzeit, die davon natürlich betroffen sein könnten.  Langfristig orientierte Investoren sind im Kobaltbereich auf alle Fälle auf der sichereren Seite.

    ​Punkte zum Mitnehmen

    ​18. In Kobalt investieren

    Ähnlich wie Lithium gehörte auch Kobalt zu den Rohstoffen, um die 2016-2018 ein riesiger Tanz verübt wurde. Und auch ähnlich wie bei Lithium korrigierte sich der Markt im Jahresverlauf 2018, mit der Folge dass viele Spekulanten abfielen, und sich auch hier die Preise wieder beruhigten. Wie immer verlauteten unseriöse Medien nicht nur das Ende des Kobaltbooms, sondern wollten auch das Ende dieses Metalls insgesamt einläuten, was wie der Abschnitt über Kobalt dargestellt hat, Blödsinn ist. Kobalt wird über die nächsten Jahre ein unverzichtbarer Bestandsteil der Elektroautorevolution bilden, und seine komplexe Angebotssituation macht das Investieren hier auf alle Fälle attraktiv. Mit Bezug auf Investmentmöglichkeiten ist der Kobaltmarkt sicherlich noch ausbaufähig. Noch gibt es beispielsweise weder einen ETF noch einen ETC. Interessanterweise aber bietet Kobalt dank einer bestimmten Firma die Möglichkeit, sich auf dreierlei Art am Kobaltgeschäft zu beteiligen, einschließlich der Beteiligung am physischen Gut selbst:


    ​18.1 Beteiligung an physischem Kobalt

    Gold legen sich viele Menschen gerne in den Keller. Es ist zumindest wertbeständig, sieht aber noch dazu gut aus. Zumindest letzteres kann man von Kobalt nicht behaupten. Es ist unansehnlich. So etwas zeigt man nicht seinen Freunden. Dennoch...aufgrund der zukünftigen Marktentwicklung kann es durchaus reizvoll sein, sich an Kobalt direkt zu beteiligen. Denn wenn der Elektroautoboom in einigen Jahren erstmal richtig loslegt, aber die Angebotssituation nach wie vor gespannt bleibt, könnten wir größere Preissteigerungen als die der Jahre 2015-2018 erwarten – und länger anhaltende.

    View of Cobalt27 warehouse with cobalt stored in the background

    Ein Teil davon könnte schon bald Ihnen gehören....wenn Sie sich für Anteile an der Firma Cobalt 27 entscheiden, die u.a. direkt in Kobaltlager investiert

    Zwar kann man sich wie gesagt keine Kobalttonnen bei einer Börse bestellen und in den Keller legen. Aber die Firma Cobalt27 (WKN: A2DTYT) kauft das Metall auf, und lagert es direkt ein. Über Anteile an Cobalt27 ist also der Anteilseigner direkt an Kobalt gebunden. Das interessante an dieser Firma ist es, dass sie mehr ist als nur ein Trader. Cobalt27 ist auch ein Explorer und beteiligt sich an laufenden Kobaltförderungen (Streaming). Ein echtes Multitalent, das dem Investor also eine sehr interessante Möglichkeit der Beteiligung an dem sicherlich dynamischen Kobaltmarkt sichert. 

    ​18.2 Kobaltaktien - Kobaltproduzenten und Kobaltexplorer

    Wenn die Preise für Kobalt wieder steigen werden, was, wie das Kobalt-Kapitel veranschaulicht hat, lediglich eine Frage der Zeit sein dürfte, werden auch die Kobaltproduzenten davon profitieren. In diese Firmen zu investieren kann deswegen durchaus eine gewinnbringende Entscheidung sein. Man muss in diesem Falle aber berücksichtigen, dass es ähnlich wie bei Kupfer keine reinen Kobaltproduzenten gibt. Häufig wird das Metall als ‚Nebenprodukt‘ beim Silberabbau, bzw. Abbau von Kupfer oder Nickel gefördert. Interessanterweise hatte sich aber die Lagerstättenökonomie während der Kobalt-Boomzeit so gewandelt, dass Kobalt einen höheren Anteil an den Gewinnen der Konzerne hatte als das ehemalige Hauptmetall.

    Der bekannteste Kobaltproduzent dürfte Glencore (WKN: A1JAGV) sein, v.a. mittels seiner kongolesischen Tochter Katanga Mining (WKN: A1JLBK). Die Minen der Katanga Mining gehören neben Tenke Fungurume zu den größten Kobaltminen der Welt, obwohl auch hier Kupfer das eigentliche Primärmetall heißt. Katanga allerdings ist alles andre als frei von Problemen was die Beziehungen zum kongolesischen Staat angeht, und es gibt immer wieder Exportstopps. Allerdings ist die Korrelation Kobalt : Kongo eben eine gegeben, und die Problematik trifft auf alle dort ansässigen Produzenten zu. Dementsprechend also auch für zwei weitere Produzenten, die für Kobaltinvestoren von Interesse sein könnten, nämlich China Molybdenum (WKN: A0M4V5), dem Mehrheitseigner der erwähnten Tenke Fungurume Mine, sowie Lunding Mining (WKN: A0B7XJ), das ebenfalls an dieser Mine mit knapp einem Viertel beteiligt ist.  China Molybdenum besitzt außerdem noch ein sehr interessantes Niobium-Projekt in Brasilien, sowie eine weitere Mine dort sowie in Australien (Kupfer-Gold). Aufgrund der politischen Situation im Kongo dürften Kobaltproduzenten außerhalb des Landes eine interessante Alternative für Investoren sein. Eine solche Firma ist beispielsweise der Nickel- und Kobaltproduzent Sherritt International (WKN: 901547) mit Projekten in Kanada, Kuba und Madagaskar, oder First Quantum (WKN: 904604), die u.a. ihr Nickel-Cobalt Projekt Raventhorp in Australien betreibt.

    Auch bei den Explorern ist es i.d.R. so, dass sich keiner auf ein reines Kobaltprojekt stützt. Investoren, die hier die großartigen Möglichkeiten nützen wollen sollten ähnlich wie bei Lithium-Explorern auf die Batteriefähigkeit des Kobaltmaterials achten, und ebenso auf eine Partnerschaft mit einem Weiterverarbeiter bzw. Batteriehersteller. Vor allen Dingen aber sollte man aus den bereits beschriebenen politischen Schwierigkeiten mit dem Kongo Projekte außerhalb des Zentralafrikanischen Landes suchen. Kanada und Australien bieten hier noch großartiges Potential. Explorado hat mit Global Energy Metals (WKN: A2AQ7X) beispielsweise eine Firma im Portfolio, auf die alle Kriterien zutreffen, und die neben den Liegenschaften in Australien jüngst ein weiteres sehr interessantes Projekt in Nevada, quasi in Rufweite zur Tesla Megafabrik, aufgekauft hat.   

    Explorado bietet für den Bereich Explorer / Junior Mining zahlreiches Material an, um diesen Zweig besser zu verstehen, und davon profitieren zu können. An diese Stelle sei lediglich vermerkt, dass Explorationsfirmen, gerade wenn sie in einem Metall mit Bullenmarktpotential arbeiten und ein erfolgreiches Projekt haben, enormes Kurspotential nach oben bieten. Natürlich sind sie auf der anderen Seite auch anfälliger für Kursrückgänge. Wer sich für diese sehr interessanten Unternehmen interessiert, sollte sich vorher ein wenig einarbeiten, um die Chancen nutzen und die Risiken minimieren zu können.

    Link

    Link 


    ​18.3 Zertifikate auf Kobalt (Futures und Optionen)

    Kobalt eröffnet, anders als Lithium, den Anlegern auch die Möglichkeit des direkten Handels an der Börse, und zwar mittels Future-Verträgen: Die Kobalt-Futures sind an der London Metal Exchange (LME) unter dem Ticker (CO) zu finden. Diese Futures werden seit Beginn des Jahres 2010 gehandelt. Die entsprechenden Kontrakte belaufen sich auf einen Zeitraum von 15 Monaten. Wer sich für diese interessante Form der Anlage interessiert, für en gilt, was ich analog zu dem Thema Futures und Optionen im Kapitel Gold gesagt habe: Information über das Produkt, den genauen Ablauf eines Future-Kontrakts, Laufzeit und Überblick über den Kobaltmarkt sind essentielle Voraussetzungen um hier Erfolg zu haben. Stellt sich dieser allerdings ein, dann kann man aufgrund des Hebels höhere Gewinne erzielen als mit Aktien von Kobaltproduzenten und als mit Beteiligungen an Kobaltlagern. 


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    ​19. Zink - Grundlage für Infrastruktur und Urbanisierung

    Das bläulich-weiße Zink gehört zur Gruppe der Übergangsmetalle, und wurde bereits in der Antike als Beimischung (Legierung) mit Kupfer zur Messinggewinnung verwendet. Bekannt wurde es im Gegensatz zu beispielsweise Kupfer, Silber oder Gold aber erst in der späteren Neuzeit (spätes 17. Jahrhundert) was v.a. daran gelegen haben mag, dass es in der Natur nicht in gediegener, als reiner Form vorkommt und erst durch ein recht komplexes Verhüttungsverfahren gewonnen werden kann. Auch die Verwendungsmöglichkeiten stiegen erst mit dem Ausbau der Stahlindustrie und der Verwendung von Stahlprodukten an: Denn bis heute ist der wichtigste Verwendungsbereich die Verzinkung als Korrosionsschutz von Eisen- und Stahlprodukten. Der zweitwichtigste Einsatz liegt in der Verwendung in den Anoden (also den negativen Elektroden) in nicht-weideraufladbaren Batterien, beispielsweise den in jedem Haushalt verwendeten Zink-Kohle Batterien.

    Elementares Zink

    ​20. Der Zinkmarkt

    ​20.1 Alle Welt (und vor allem die Städte) benötigt Zink

    View of a completely newly built city district near Shenzen, China

    Eine Aufgabe für Zink: Die rasant wachsenden Städte der Schwellenländer benötigen jede Menge hochwertigen Stahl, der ohne Zink kaum denkbar ist. 

    Die Nachfrageseite wird in mittelfristig durch ein gewaltiges menschliches Streben bestimmt, das in dieser Stärke so noch nie stattgefunden hat. Die Rede ist vom Zug des Menschen in die Städte – ein Phänomen, dass wir hauptsächlich in den großen Schwellen- und Entwicklungsländern beobachten. Eines ist jedoch klar: Die Zukunft des Menschen wird in Städten spielen.

    Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die beiden größten Schwellenländer, China und Indien, zu einem großen Teil agrarisch geprägt. Heute befinden sich in beiden viele Millionenstädte. Über 3,5 Milliarden Menschen leben heute in Großstädten. Unter Einberechnung des weltweiten Bevölkerungswachstums wird diese Zahl wohl auf bis zu 5 Milliarden Menschen bis nach 2050 wachsen. Hundert Jahre vorher war es noch eine knappe Milliarde – eine unvorstellbare Steigerung. So gab es nach dem zweiten Weltkrieg nur zwei Städte, die mehr als zehn Millionen Einwohner hatten: New York und Tokyo. Heute gibt es von diesen Megastädten bereits 26. Allein in China befinden sich 25 der 100 größten Städte weltweit,  und die chinesische Regierung plant, in den nächsten Jahren bis zu 250 Millionen Menschen in Städte umzusiedeln, unter Beseitigung alter Wohngebiete, und dem Aufbau neuer. Insgesamt 700 Millionen Menschen sollen im Reich der Mitte bis 2030 in urbanen Zentren leben. Auch Indien hat 230 Millionen neue Stadtmenschen generiert – so geschehen allerdings innerhalb der letzten 45 Jahre. 


    Urbanisierung bedeutet aber auch wachsende Nachfrage nach Ressourcen. Das Stadtleben ist pro Einwohner um ein vielfaches ressourcenintensiver als das Landleben: Groß- und Megastädte benötigen  riesige Wohnanlagen, U-Bahn-Züge, Energieanlagen und eine Vielzahl von weiteren Anlagen, um die rasch wachsende Bevölkerung zu versorgen. Und hier kommt Zink aber auch andere Metallen eine wichtige Rolle zu. Zink spielt u.a. eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von Stahl, Batterien, Automobilen und anderen unverzichtbaren Elementen der Megastädte. Indien hat kürzlich ein Regierungsprogramm verabschiedet, dass die Modernisierung von über 600 Bahnhöfen vorsieht, während China ein Hochgeschwindigkeitsschienennetz plant, dass alle Großstädte miteinander verbinden soll.  Es schadet nicht, den Kontext der Urbanisierung zu kennen. Seine Entwicklung wie auch die Zukunft. Denn Zink ist dafür ein elementarer Bestandteil. Für große Infrastruktur verwendet man in der Regel galvanisierten Stahl – und die Galvanisierung geschieht mit Hilfe von Zink.

    Die Nachfrage ist in den letzten Jahren deswegen spürbar nach oben gegangen. Preislich macht sich die Zinkrally allerdings erst seit einem guten Jahr bemerkbar. Der Markt für Zink und weitere sogenannte ‚unedle‘ Metalle wird in den nächsten Jahren voraussichtlich um 5% pro Jahr wachsen – das bedeutet eine Verdopplung innerhalb der nächsten 14 Jahre.

    Punkte zum Mitnehmen

    ​20.2 Das Angebot an Zink: Auch hier kann es knapp werden

    Während die Nachfrage also unter Volldampf voraussprintet, kann das Angebot nur noch schwer mithalten. Der Grund liegt in der Schließung einer großen Zahl von Minen in unterschiedlichen Ländern – aus unterschiedlichen Gründen. Überraschend schien es, dass ausgerechnet China seit 2016 insgesamt 34 (!) Zinkminen schloss – da sie den gestiegenen und mittlerweile recht strengen Umweltstandards nicht mehr genügten. Dazu kamen noch weitere Schließungen teils sehr großer und ergiebiger Zinkminen vor allen Dingen in Australien, Kanada und Irland, allesamt bedeutende Zinkproduzenten. Hier lag es vor allen Dingen an der Erschöpfung der Reserven. Als erste Konsequenz der Schließungen über die letzten Jahre ging den Raffinerien in den letzten Monaten das Zinkkonzentrat aus, und etliche mussten ihren Betrieb aus Mangel an Durchlauf sogar einstellen. Dies war das deutlichste Indiz dafür, dass auch die Marktreserven an Konzentrat aufgebraucht waren.

    Die globalen Zinklager wurden um insgesamt 780.000 Tonnen reduziert. Errechnet wurde dieser Wert durch die erwähnte rückläufige chinesische Hüttenproduktion von 5,86 Mio. Tonnen im Jahr 2017 bei einem gleichzeitigen Anstieg der Nachfrage um 3% auf 6,64 Mio. Tonnen. Noch dazu begegnen wir im Zinkmarkt einem Phänomen, dass sich in der zyklischen Welt der Metalle immer und immer wieder zeigt: Eine schlechte Preislage führt nicht nur zu (teils zeitlich begrenzten) Minenschließungen, sondern vor allen Dingen auch zu einer vollkommenen Vernachlässigung der Exploration und damit der Deckung der zukünftigen Nachfrage.

    Dementsprechend gestaltet sich die momentane Lage auf dem Zinkmarkt so: Eine stark wachsende Nachfrage, erschöpfte Minen und wenige starke Explorationsprojekte. Das ist erstmal gut für die Explorationsindustrie und seine Investoren. Aussichtsreiche Projekte dürften Geldgeber finden – und im Erfolgsfalle eine steigende Beachtung vom Markt, und damit hohe Kursgewinne. Auf der anderen Seite werden ein paar größere Zinkprojekte in den nächsten Jahren die Produktionsreife erlangen, und einige stillgelegte bzw. heruntergefahrene Projekte, wie z.B. von Glencore, werden in nächster Zeit wieder hochgefahren werden. An neuen Projekten sind in erster Linie MMGs Dugald River Mine, Vedantas Gamsberg Mine sowie East Siberian Metals Ozernoye Projekt und die Mehdiabad Mine zu erwähnen. Bis 2020 rechne ich daher mit einem stärkeren Angebot, welches die Nachfrage vorerst wird bedienen können. 

    Allerdings ist es die interessant, sich Gedanken über die Zukunft nach 2020 zu machen, denn mittelfristig haben wir im Zinksegment eine Situation wie wir sie auch von Kupfer und Gold bereits kennen: Ähnlich wie bei diesen sinken die durchschnittlichen Mineralgehalte der Lagerstätten. Ferner stammen mehr als drei Viertel der weltweiten Zinkproduktion aus technisch anspruchsvolleren Bergwerken – das bedeutet hohe Kosten. Und es gibt nur eine überschaubare Menge an Explorationsprojekten in so genannten sicheren Jurisdiktionen mit guter Infrastruktur. Es kommen also alle Faktoren zusammen, um bald von einer chronischen Unterversorgung  an Zink zu sprechen.


    Die oben stehende These ist nicht unbestritten, das muss klar erwähnt werden. Während die rote Nachfragekurve wie beschrieben in der Tat nach oben ansteigen dürfte, ist es nicht ganz klar, ob wir wirklich fallenden Output schon ab 2020 erleben werden. Hier gilt es noch etwas abzuwarten. Eine Überproduktion ist allerdings auch nicht zu erkennen, zumindest nicht vor dem Hintergrund einer stabilen Nachfrage.

    ​Interessanterweise sind die Beteiligungen (Equities) an Zinkjuniors zwischen Juni 2016 und Juni 2017 so stark gestiegen wie bei keinem anderen Metall. Zink ist also ganz klar gefragt! Frühe Explorer (wie beispielsweise Thunderstruck Resources) können hier genauso stark profitieren wie weiter fortgeschrittenere Projekte. Für letztere sollten Investoren aber auch die Metallgehalte und die Metallurgie (Extrahierungsrate / recovery rate) im Auge behalten, denn dies versichert eine gute Position auf der Kostenkurve für spätere Produzenten – und dem Investor höhere Gewinne.

    Graph displaying the growing discrepancy between global zinc production and demand 2010-2022

    ​Punkte zum Mitnehmen

    ​Die Länder mit der größten Zinkproduktion

    Global map showing the countries with the largest production of zinc

    China ist ein Zinkmonster: Mit über 5 Millionen Tonnen Jahresproduktion aus hunderten Minen liegt es deutlich vor Australien und Peru (beide mit einer Jahresproduktion von ca. 1,5 Mio Tonnen) sowie den USA, Kanada und Indien.  An der Spitze wird sich auch trotz der Minenschließungen in China aus Umweltgründen nicht viel ändern.

    ​21. Zinkpreise und die Preisentwicklung

    Klarerweise zogen die Zinkpreise seit Beginn des Jahres 2016 deutlich nach oben an. Von einer Talsohle bei knapp US$ 0,65 pro Pfund ging es bis auf US$ 1,62 gegen Ende 2017.Dennoch musste mit dem allgemeinen Abwärtstrend bei den Rohstoffpreisen auch Zink im Jahresverlauf 2018 deutlich abgeben, und fiel bis auf ca. US$ 1,2 seit Sommerbeginn. Seit Mitte August stabilisierten sich die Preise um die US$ 1,1 herum.  Allerdings ist diese Zahl immer noch weit über den durchschnittlichen Werten von 2013 – 2016.

    Prices of zinc 2018 2019

    Wie können wir uns den Preisverlust von ca. 25% - 30% erklären, obwohl die Fundamentaldaten doch ein positives Bild zeigen sollten? Nun, Übertreibungen sind im Marktgeschehen keine Neuigkeit, werden aber im Zeitalter der sozialen Medien besonders wirksam. Natürlich sorgte die Diskussion um den Handelskrieg zwischen den USA und China auch auf den Zinkmärkten für Furore, denn zinkveredeltes Stahl ist explizit als beeinträchtigtes Produkt in den Zollverträgen aufgelistet. So etwas schadet natürlich der Gewinnaussicht. Dazu kommen aber noch die short-selling Verkäufe der spekulativ ausgerichteten Investoren seit Februar, und....eine damit einhergehende Korrektur der doch etwas überhitzten Aufwärtstrends (hier sehen wir also ein ähnliche Mechanik wie bei Lithium). Nun verfügen wir immerhin über ein stabiles Preisniveau.

    ​Dass wir uns als Investoren bei Zink nach wie vor bei einem Metall aufhalten, was mittel- und langfristig zu den heißen, weil teurer werdenden Rohstoffen zählt, kann man u.a. auch an einer weiteren Mechanik ablesen, welche die Marktdynamik direkt widerspiegelt: Die chinesischen Zinkschmelzer haben ihre Gebühren deutlich abgesenkt, ein klares Signal eines fallendes Angebots, denn die Endabnehmer (also die Schmelzen) müssen nun mittels attraktiverer Preise um ein kleiner werdendes Angebot buhlen.

    Was aber können wir angesichts der widerstrebenden kurz- und mittelfristigen Dynamiken (handelskriegbezogene Einbrüche hier, und fallendes Angebot dort) von der Preisentwicklung 2019 erwarten? Wohin geht der kurzfristige Trend? Hier gibt es jeweils zwei Faktoren für Auf- und Abtriebkräfte:

    i) Kräfte für einen (auch plötzlichen) Preisanstieg:

                  Positive Nachrichten bzgl. der Verhandlungen innerhalb des Handleskrieges

                  Das extrem geringe derzeitige Angebot (siehe unter Aktuelles) wird deutlich

    ii) Kräfte die sinkende Preise nach sich ziehen könnten:

        ​          Eine vergrößerte Zinkproduktion trifft auf den Markt (Eröffnung neuer Minen)

    Die Kapazität der chinesischen Schmelzer wird wieder erhöht, da sie die Umweltauflagen erfüllen können.

    Meiner aktuellen Einschätzung nach sieht folgendes wahrscheinlich aus: Wir können wohl zu Jahresbeginn durchaus mit einem deutlichen Anstieg rechnen, denn die momentan verfügbaren Vorräte sind sehr dürftig. Das letzte mal, dass die Lager an der LMW unter 100,000 Tonne fielen (was bald wieder der Fall sein wird), steig der Preis auf über US$ 2,0 pro Pfund. Wie sich die Verhandlungen im Handelsstreit ergeben werden, kann ich nicht abschätzen. Aber wenn es hier zumindest zu keinen weiteren negativen Nachrichten kommt, sollte von hier keine große Gefahr drohen. Nach einem eventuellen plötzlichen Preisruck wird sich das Ganze wieder stabilisieren, aber eher auf einem höheren Niveau, von ca. US$ 1,3 - US$ 1,35.

    Ab Frühjahr Sommer wird sich aber aller Voraussicht nach auch das Angebot erhöhen. Zum einen durch chinesische Schmelzer die wieder produzieren dürfen,  als auch durch neue Minenprojekte: MMGs Dugal River; Heron Resources Woodlawn und Vedantas Gamsberg Mine.

    ​Ab 2025 aber wird viel davon abhängen, wieviele der Projekte, die sich jetzt in einem frühen Explorationsstadium befinden dann kostengünstiges Zink anbieten können. Und ob wir ab diesem Zeitraum tatsächlich von einer ‚Peak-Zink‘ Theorie ausgehen müssen.

    Bis dahin sehe ich die besten Aussichten für Investoren im Bereich der Exploration. Genaue Preisangaben für Zertifikate sind für die nächsten 1,5 Jahre schwierig zu treffen, aber hochkarätige Explorationsprojekte sollten die Aufmerksamkeit des Marktes finden.


    ​22. In Zink investieren

    Zink ist ähnlich wie das weiter oben beschriebene Kupfer ein Metall, das in unglaublich vielen Produkten und Prozessen eingesetzt wird – dabei aber noch unscheinbarer ist und dementsprechend auch als Investmentprodukt eher weitgehend unter dem Radar manövriert. Das bedeutet, dass nicht wie beispielsweise bei Gold und anderen Edelmetallen sämtliche Spielarten der Investmentbranche zur Verfügung stehen. Dennoch, diejenigen die es gibt können dem gut informierten Investor zu satten Profiten verhelfen.


    ​22.1 Zink Aktien (Zinkproduzenten und Explorer)

    Firmen die ausschließlich Zink produzieren gibt es nur wenige. Zink wird meist zusammen mit Kupfer, Silber, Gold oder auch Blei gefördert. Wer also einzelne Anteile kaufen will, die sich möglichst nah am Zinkmarkt ausrichten, muss sich die Firmen heraussuchen, bei denen der Zinkanteil an die oder über 50% der Förderung beträgt. Ein Beispiel hierfür ist Trevali Mining (WKN: A1H9CE), mit Minen in Kanada, Peru, Namibia und Burkina Faso. Ebenfalls stark Zink-exponiert ist die indische Hindustan Zinc (ISIN:  INE267A01025), sie allerdings nur an der Börse in Bombay und in Rupien gehandelt wird. Hier sollte man also eventuelle Wechselkursrisiken mit einbeziehen. Hindustan in der zweitgrößte Zinkproduzent der Welt, und fördert außerdem noch Blei und Zink. Interessant bei dieser Firma auch die Tatsache, dass sie auch einer der größten Schmelzer / Veredler für Zink ist. Investoren können also bei positiver Zinknachfrage und entsprechenden Preisen an mehreren Stellen der Wertschöpfungskette profitieren. Ähnlich funktioniert dies auch bei Nyrstar (WKN: A2AKN7), die zusätzlich zu ihren Minen (Zink, Kupfer, Blei, Gold, Silber) ebenfalls über eine beachtliche Schmelzkapazität verfügen.

    Auch für Explorer sieht es so aus, dass es an und für sich keine reinen Zinkexplorer gibt. Dazu kommt noch, vor allem bei Explorationsprojekten im frühen Stadium die Tatsache, dass der relative Wert bzw. die Größe des Zinkanteils zu sagen wir Kupfer, Silber oder Blei häufig nicht abgeschätzt werden kann. Dennoch gilt: Ein generell interessantes Multi-Metall Projekt mit einem gehörigen Zinkanteil ist allemal eine genauere Überprüfung wert, denn wir benötigen mittelfristig dringend neue Zinkminen. Explorado analysiert zur Zeit ein Zinkprojekt in Fiji, das aber auch noch ein starkes Kupfer- und sogar Goldpotential hat.

    Wie bei den anderen Metallen so möchte ich auch hier auf die zusätzlichen Informationsquellen hinweisen, die Explorado denjenigen anbietet, die sich besonders für die Explorer interessieren, und deswegen gerne zusätzliches Wissen anreichern wollen:

    Link

    Link 


    ​22.2 Zink ETC und ETF

    ETFs geben Anlegern eine gute Möglichkeit von der Wertentwicklung des reinen Metalls zu profitieren, ohne das Metall physisch erwerben zu müssen. Dies ist bei Zink übrigens auch nicht möglich, denn es gibt keine Zinkbarren, Bullions o.ä. Der ETFS Zink (WKN: A0KRKA) ist ein passender ETF für Zinkinvestoren. Als Basiswert fungiert hierbei der Bloomberg Zinc Subindex Total Return. Ebenfalls in diesem Bereich aktiv ist der PowerShares DB Base Metals Fund (DBB). Dieser enthält einen Korb von Future-Kontrakten aus gleichen Teilen Zink, Aluminium und Kupfer. Zink ist also nur zu einem Drittel erhalten. Aufgrund der positiven Erwartung der beiden anderen Metalle aber ist auch dieser Fund eine interessante Option. 


    ​22.3 Zertifikate auf Zink (Futures und Optionen)

    Auch im Falle von Zink gilt in Bezug auf Derivate das gleiche wie ich es auch vorher angesprochen habe. Ähnlich wie bei Investitionen in die Explorer sollte man sich auch beim Investieren in Future Kontrakte mit dieser Anlageklasse beschäftigen, die aber bei deutlichen Bullen bzw. Bärentendenzen gute Gewinne für den Investor ermöglichen. Futures für Zink werden über die Londoner LME gehandelt, wobei die Kontraktgröße 25 Tonnen beträgt. Es handelt sich hier also auch hinsichtlich des finanziellen Aufwandes um kein Vehikel für Anfänger, denn der Tonnenpreis liegt bei über US$ 2,500 pro Tonne.

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