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Gecamines – Die neue Macht des Kobaltmarktes?

Gecamines, die (quasi-)staatliche Minengesellschaft der Demokratischen Republik Kongo (DRC) hat vor, mehr Kontrolle über den globalen Kobaltmarkt zu gewinnen. Das große Land in Zentralafrika steuert derzeit bereits circa 60% des jährlichen globalen Kobaltoutputs bei. Mit Bezug auf die Reserven wiegt das Gewicht dieses Landes sogar noch größer, denn zwischen 75% und 80% der Kobaltreserven werden unter seiner Erde vermutet.

Zentrale von Gecamines. Der quasi-staatliche Konzern kontrolliert einen großen Teil des globalen Kobaltgeschäftes

Dass also das Land hier seine Stunde gekommen sieht ist also nur allzu verständlich. Noch dazu hat es mit einem ehemals staatlichen, aber auch jetzt noch politisch kontrollierten Bergbaukonzern ein politisches Instrument in der Hand, um seine Ziele, mehr Kontrolle über dieses Batteriemetall, das ‚Erdöl der Zukunft‘ zu gewinnen, erreichen zu können. Was aber bedeutet das für Investoren in die Rohstoff- und Kobaltmärkte, und speziell für uns, die wir gerne in Explorationsunternehmen, in diesem Fall Kobaltjuniors investieren wollen – um möglichst profitabel in diesen Märkten unterwegs zu sein?

Zyklisch: Die Macht der Rohstoffstaaten steigt mit den Preisen

In einem ersten Schritt, nach einer bereits vollzogenen Revision der nationalen Berggesetzgebung Anfang 2018 will Gecamines seine Verträge, die es mit verschiedenen Partnern mittels Joint-Ventures geschlossen hat, ebenfalls zu ‚überprüfen‘. Wie vom Vorstand von Gecamines zu vernehmen war, ist der Staatskonzern unzufrieden mit der bestehenden Gewinnverteilung, die dem kongolesischen Staat nicht seinen fairen Anteil zusichern würde.

In dieser Hinsicht ist übrigens weder der Kongo noch Gecamines ein Einzelfall, und ich erwarte in den nächsten Monaten und 1-3 Jahren eine deutliche Zunahme an Vertragsrevisionen. Dieses Phänomen ist ebenso zyklisch wie die Entwicklung der Rohstoffpreise selbst: Steigen die Preise, werden Rohstoffe ein zunehmend begehrtes Gut, das immer mehr Unternehmen fördern wollen. Damit steigt die Marktmacht der Anbieter – also in diesem Fall der rohstoffreichen Länder. Bei schwachen Preisen wiederum müssen diese Länder froh sein, dass überhaupt eine Firma fördern will – diese kann sich dann Konzessionen häufig zu weitaus besseren Bedingungen sichern (aus Sicht der Unternehmen). Die Regierung ist unzufrieden, und wartet auf ihre Chance. Wir sehen hier also einen Kreislaufmechanismus. Das Problem ist, dass in vielen rohstoffreichen Entwicklungsländern die Rohstoffverträge einzeln, d.h. auf Projektbasis ausgehandelt werden. In den meisten OECD Ländern gibt es dafür ein entsprechend detailliertes Berggesetzt, dass für alle Unternehmen gleichermaßen gilt. Die Verträge sind solange gültig, wie das Gesetzt Gültigkeit hat – Ende der Geschichte.

Die Luft weht im Kongo jetzt noch rauer

Nun gut, im Kongo geht die Geschichte weiter, es wird revisioniert, und die Bedingungen werden zugunsten von Gecamines geändert. Die JV-Partner werden es zur Kenntnis nehmen. Sie werden mit den Zähnen knirschen, öffentlich ihren Protest zum Ausdruck bringen und – nichts weiter unternehmen. Denn zu wertvoll ist die Stellung des Landes und von Gecamines selbst.

Die einzelnen Partnerschaften werden zwischen April und Dezember unter die Lupe genommen. Betroffen sind prominente Namen: Glencore, Ivanhoe Mines und China Molybdenum. Gecamines schreckt also weder vor dem Rohstoffgiganten Glencore, noch vor dem chinesischen Staat zurück. Furchtsamkeit war allerdings auch noch nie eine Eigenschaft des Kongo. Obwohl die einzelnen Parameter der Vertrags-Neuverhandlungen noch nicht bekannt sind, ist eines klar: Die Gewinnspanne der drei benannten Unternehmen wird deutlich reduziert werden. Weniger Gewinne werden von Aktionären aber nicht gerne gesehen, was bedeuten wird, dass Anleger und Grossinvestoren weniger bereit sein dürften, neue Kobaltprojekte in DRC zu finanzieren. Insofern ist die Aussage des Gecamines Vorstandes dass ‚wir legitimiert sind den Kobaltmarkt zu kontrollieren – denn er gehört uns‘ etwas verfrüht. Märkte sind komplexe Gebilde, insbesondere globale Märkte wie bei den Rohstoffen. Es gibt keinen alleinigen Eigentümer. Wenn allerdings viele private Marktteilnehmer feststellen, dass ihre Teilnahme am Markt nicht die Gewinne erzielt wie ursprünglich (vertraglich) vereinbart, ziehen sie sich zurück bzw. verlegen ihre Aktivitäten. Und hier werden Kanada und Australien immer offensichtlicher als alternative Zieldestination aufleuchten. Hier stehen noch zahlreiche Projekte am Anfang. Batterie- und Automobilhersteller (die letztendlichen Abnehmer des Kobalts also) stehen zwar in Kontakt mit kongolesischen Joint Ventures wie Glencore, und damit auch mit Gecamines. Wenn aber aussichtsreiche Kobaltprojekte in Kanada ihre Produktionsziffern darlegen können, werden auch hier mehr Partnerschaften mit den Abnehmern entstehen.

Der Markt wird reagieren, und vermehrt nach Kanada und Australien schauen

Ein gutes Beispiel dafür ist Canada Cobalt Works, dessen CEO Frank Bassa seine Fühler schon vor längerer Zeit zu asiatischen Batterieabnehmern ausgestreckt hat. Dies ist m.E. nach ein Beispiel für das, was sich in den nächsten 2-3 Jahren vermehrt zeigen wird: Strategische Partnerschaften zwischen kanadischen und australischen Kobaltproduzenten und der Batterie- und Automobilindustrie.

Im kanadischen Städtchen Cobalt wurde bislang ironischerweise hauptsächlich Silber gefördert. Das ändert sich bereits – und der alte Name dürfte nun wirklich Programm werden.

Explorado wird in der nächsten Zeit solche Explorationsobjekte vorstellen. Dies dürften für Investoren äußerst lukrative Anlageziele werden. Denn es wird noch ein wenig dauern bis das sich verschobene Kräfteverhältnis zwischen einem unsteten Vertragspartner (also in diesem Fall Gecamines) und den globalen Bergbaufirmen in die Chefetagen der Automobilkonzerne vordringt, aber es wird passieren. Und wenn dort die Alarmglocken läuten, werden die Kurse für gut positionierte Kobaltexplorer in Kanada und Australien nach oben schnellen.