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​(c) Getty Images

​  Das Jahr 2018 war für Investoren in die Explorationsindustrie nicht besonders leicht. Ja, es gab natürlich Projekte die immer wieder deutlich an Marktwert aufgrund guter Explorationsergebnisse gewonnen haben. Jüngstes Beispiel ist White Gold (WKN: A2DJWY), der Goldexplorer der sich seit der zweiten Septemberhälfte bis zum gestrigen Tage von knapp 40 Cent auf 1,18 Euro hochpflügte – also eine gute Verdreifachung. Aber White Gold taugt durchaus als doppeltes Anschauungsmaterial: Denn es ging zwar nun innerhalb sehr kurzer Zeit nach oben – aber davor ging es ein Jahr lang in Schleichfahrt durch die Welt. Was ist also die Ursache dieser phlegmatischen Haltung?

Geld in der Exploration ist eine Funktion der Metallpreise – aber das ist eigentlich falsch

Es fehlt hauptsächlich am Geld im Sektor. Zwar sind die Explorationsausgaben angestiegen, aber nicht in dem Maße, wie es seit Mitte 2016 eigentlich zu erwarten war. Und vor allem nicht in dem Maße, wie es die Situation bei Lithium, Kobalt, Gold, Zink, Kupfer, Nickel und einigen andren Metallen eigentlich erfordern würde: Während die realwirtschaftliche Nachfrage nach diesen Metallen lebhaft ist und in den nächsten Jahren einen weiterführenden Anstieg vorsieht, ist es überhaupt nicht sicher, dass diese Nachfrage durch die Angebotsseite, sprich den entsprechenden Minen befriedigt werden kann. Neue Lagerstätten mit günstigen Kostenstrukturen sind dafür notwendig. Daher waren sich die meisten Beobachter einig, dass der seit 2016/2017 zögerlich einsetzende Bullenmarkt eher stärker als wieder schwächer werden würde, wie wir das über den Großteil 2018 beobachten mussten. Woran liegt also diese zögerliche Entwicklung?   

In der Regel können wir davon ausgehen, dass Investitionen in die Exploration in Abhängigkeit zu den Metallpreisen verlaufen, bzw. mit einem guten Jahr Verspätung je nach Preisbewegung im Explorationssektor ankommen:

Metallpreise und Budget für Exploration

​(c) Standard & Poor

Und auch für 2017/2018 hielt diese historische Korrelation: Während des Preissanstieges seit Mitte 2016 bis Ende 2017 kam deutlich mehr Bewegung in die Junior Mining Industrie. Mit der Flaute der Preise in der ersten Jahreshälfte 2018 war aber schon wieder die Luft raus, zumindest im Vergleich zum Vorjahr. Wie anhand der Grafik ersichtlich, beträgt das globale Explorationsbudget weniger als die Hälfte des Standes von 2013. Gold litt besonders unter einem Rückzug an Großinvestoren, und Finanzdienstleister taten sich im allgemeinen schwer mit dem Sektor in diesem Jahr. In der Folge ist es für Projekte nicht einfach, solide Finanzierung auf die Beine zu stellen, und Investoren brauchen wie oben angesprochen mehr Geduld als 2016/2017. So reagierten die Werte des eigentlich erfolgreichen Explorers Erdene Resources mit seinem Goldprojekt in der Mongolei kaum, als dieser Ende September seine erste Ressourcenbemessung herausgab. Dies hätte im Vorjahr noch anders ausgesehen. Nun lautet also die Frage, ob und wann hier wieder die Dynamik Einzug erhält, wie sie der Sektor eigentlich verdient hätte?

Wer kann das ändern? Zwei Möglichkeiten...

Ich sehe hier vor allen Dingen zwei Katalysatoren am Horizont, welche die Lage gründlich zugunsten der Explorer verändern können sollten: Zum einen ist die Preislage bei den meisten Metallen, wie ich es in zahlreichen Blogartikeln und anderswo immer wieder schrieb, nicht an der Realität angelehnt. Bei Kupfer, Gold und Zink gibt es mittelfristig eine deutliche Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot. Auch die Kobalt- und Lithiummärkte werden die nächsten Jahre alles andere als ein Überangebot herstellen. Dies wird sich früher oder später korrigieren müssen, denn Knappheit kann nicht lange verschwiegen werden: Die Lagerbestände an etlichen Metallbörsen fallen schnell, und für Zink könnte es bereits Ende des Jahres eng werden. Aber es gibt es möglicherweise einen zweiten Katalysator, oder ‚Realitätsbewusstseinsbeschleuniger‘:

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Heizt Barrick-Randgold den Explorationsmarkt an?

Und zwar in Form des neuen Mega-Goldproduzenten Barrick-Randgold. Nachdem der 18 Milliarden Dollar Deal sehr wahrscheinlich über die Bühne gehen wird, entsteht nun als ein neuer Goldgigant, mit geplanten sieben Millionen Unzen Jahresproduktion. Wie soll nun dieser Gigant am Goldhimmel auf die Explorationsindustrie wirken? Nun, er wird die mangelnde Ausstattung der Majors an zuverlässigen Reserven noch stärker vor Augen führen als es sonst irgendjemand könnte:

Der neuen Supergoldfirma stehen knappe 100 Millionen Unzen an Ressourcen zur Verfügung. Bekanntlich kann nicht jede Ressource in abbaubare Reserven umgewandelt werden. Rechnen wir mal mit 80 Millionen tatsächlich abbaubarer Reserven – bei einer Jahresproduktion von sieben Millionen Unzen wäre also in 11 Jahren Schluss. Der Gigant braucht also dringend neue hochkarätige Lagerstätten. Aber diese müssen gefunden und komplett aufgeschlüsselt werden – und dann kommen immer noch ein paar Jahre für Minen- und Anlagenbau dazu. Folge: Es wird ganz schön knapp!

​War allen Beteiligten klar, dass der neue Grosskonzern noch schneller trocken sein würde, falls keine neuen Lagerstätten bearbeitet werden? (c) GreatCleanJokes.com

​Wer will schon einen Milliardenkonzern ausbluten lassen?

Man stelle sich also vor, in vier, fünf Jahren wird es den Investoren klar, dass bald die Bänder stillstehen – oder sich zumindest deutlich langsamer bewegen werden als sonst. Die Erschütterung wird kolossal. Man stelle sich die Schlagzeile vor: ‚Weltgrößter Goldproduzent vor dem Aus!‘ Aber das bedeutet nicht, dass es so lange dauern muss, bis wirklich wieder ausreichend Geld im Explorationssektor fließt. Denn ich bin sicher, dass nach dem Zusammenschluss der beiden Goldproduzenten viele diese Rechnung anstellen werden – und die Gewissheit der knappen Reserven in wenigen Wochen oder Monaten in aller Munde sein wird. Gelöst werden kann das Problem nur durch eine allseitige Kraftanstrengung zwischen Majors und Juniors gleichermaßen. Noch dazu sollte bald auch deutlich werden, dass das Reservenproblem für Kupfer, Zink und andere Metalle noch gravierender ist.  

Die Knappheit ist real. Der Megadeal veranschaulicht diese Situation drastisch. Die Marktteilnehmer werden reagieren müssen: Nur eine gesunde Explorationsindustrie kann Abhilfe verschaffen. Wir als Investoren haben allen Grund optimistisch zu sein. Notfalls auch mit ein wenig Geduld.    

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