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Lithiumhaltige Salzlaugenhaufen auf Salzsee Bolivien

​Ein Plus an 800,000 Tonnen benötigt mindestens US$ 10 Milliarden an Investitionen

Einer der größten Lithiumproduzenten der Welt sagt, dass mindestens 10 Milliarden US$ innerhalb der nächsten Jahre an Investitionen benötigt werden, um die wachsende Nachfrage der auf Elektroantrieb umstellenden Automobilindustrie zu befriedigen. 

Diese Prognose stammt von SQM, einer der weltgrößten Produzenten von Lithium bzw. Lithiumkarbonat und Lithiumhydroxid. Für Lithium ist diese Aussage eindeutig. Während es ja eine Reihe verschiedener Batterietypen gibt, mit neben Lithium jeweils unterschiedlichen relativen Ausstattungen an Nickel, Mangan und Kobalt, ist der Lithiumanteil in den Hochleistungsbatterien für den Moment unangefochten.

Auf einer Konferenz in Shanghai äußerte SQM nun, dass die weltweit nachgefragte Menge an Lithiumkarbonat über die nächsten Jahre um 600,000 bis zu 800,000 Tonnen steigen wird. Das deckt sich mit den Berechnungen des Exploradoreports zum Thema Batteriemetalle 2018. Um diese Menge fördern bzw. produzieren zu können, legte SQM gleich mit seiner Investitionsberechnung der 10 Milliarden Dollar nach. Natürlich ist SQM in dieser Hinsicht befangen, da sich jede gute Nachricht aus der Lithiumwelt wohl auch positiv auf die Werte von SQM äußern dürfte. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Tendenz korrekt ist.

Ob das eine Herausforderung wird, steht auf einem anderen Blatt. M.E. nach ist kluges Kapital recht willens, in die Lithiummärkte zu strömen, sind doch die Renditen aus diesem Bereich zuverlässig stark.

​Mit neuen Partnerschaften den Zugriff sichern

Obwohl man die Entwicklung des Outputs bei Lithium eigentlich als zufriedenstellend ansehen könnte (das heißt, es kann mit der gestiegenen Nachfrage einigermaßen mithalten -  wenn auch mit Verzögerungen die natürlich ein Resultat der Zeitdauer der Entwicklung einer Mine einhergehen), erkennt man auf den globalen Lithiummärkten eine Tendenz zur direkten Zusammenarbeit zwischen Minenprojekten und den Endabnehmern, also Batterieherstellern und auch den Automobilkonzernen selbst. Das interessante daran ist die Tatsache, dass diese Akteure häufig auch eine wichtige Rolle als Finanzier bzw. Ko-Finanzier für produzierende Operation oder sogar Explorationsobjekten, die sich im Übergang zu produzierenden Minen befinden, übernehmen. Das ist insgesamt betrachtet ein recht entschlossenes Vorgehen, wie man es ansonsten von Endabnehmern selten kennt.

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INHALT:

Eine Erklärung der Gesamtsituation  

Welche Antriebsquellen gibt es zur Zeit, und welche Metalle und Mineralien werden benötigt?

Die Auswirkungen auf Rohstoffe und Exploration    

Die wichtigsten Batteriemetalle (Kobalt, Lithium und Grafit)

Dadurch erhoffen sich Automobilkonzerne natürlich einen gesicherten Zugriff auf die Ressourcen in einem Markt, der an einen ziemlich gefährlichen Dschungel erinnert: Man bedenke, welche immensen Summen die Automobilkonzerne bereits zur Entwicklung einer völlig neuen Elekto-Flotte bereit gestellt haben: Alleine für die in diesem Bereich führenden Konzerne geht dieses Budget in den dreistelligen Milliardenbereich (für VW alleine sind ca. 30 Milliarden vorgesehen). Man stelle sich die Konsequenzen vor, wenn diese Pläne am Ende aufgrund Rohstoffmangel nicht umgesetzt werden könnten. Verständlich, dass sich hier nun ein starkes Raubtierverhalten herausbildet, und man versucht, sich die notwendigen Ressourcen durch direkten Zugriff vor dem Konkurrenten zu sichern:

Die Automobilindustrie hat den Lithiumboom angekurbelt - und findet innovative Lösungen um den Zugriff zu sichern

​Automobilindustrie goes Mining

So gibt es zum Beispiel einen Verkaufsvertrag zwischen dem überaus erfolgreichen australischen Lithiumproduzenten Pilbara Minerals und dem chinesischen Automobilhersteller Great Wall Motors.  Toyota ist ebenfalls im Spiel und kaufte sich 15% von Orocobre. Und auch die deutschen Hersteller suchen nach solchen Zielen. Besonders VW dürfte hier bereits gezeichnet sein, hatte der Konzern doch letztes Jahr erfolglos versucht, sich Kobaltvorräte für die nächsten Jahre durch eine Ausschreibung zu sichern. Wie gesagt ist diese Strategie, die auch für die Automobilkonzerne Neuland sein dürfte, nachvollziehbar. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren weitere Deals dieser Art sehen werden.

​Wie wird sich das auf die Lithiumpreise auswirken?

Sollten Investoren sich bereits Sorgen machen, dass solche Deals, also die Sicherung der Versorgung, die Preise nach unten bringen? Steigende Preise leben schließlich auch von Ungewissheit. Ich glaube nicht: Zwar bringt sich das Angebot, wie oben bereits kurz erwähnt, in Stellung. Aber SQM selbst war in dieser Beziehung äußerst kritisch und gab zu, dass auch die Lithiumproduzenten die steigende Nachfrage nicht über Nacht werden befriedigen können. Wenn wir diese zeitliche Verzögerung, die ja doch etliche Jahre einschließen wird, berücksichtigen und weiterhin davon ausgehen, dass die tatsächliche Nachfrage gerade erst dabei ist, richtig anzuziehen, können wir erstmal von einem stabilen Preisszenario ausgehen. Dies sollte dementsprechend auch für aussichtsreiche Junor-Lithiumprojekte gelten: Starke Renditen für neue Lithiumlagerstätten, die batteriefähiges Material liefern können werden sich weiterhin realisieren lassen.