Der ungebrochene Boom bei Kobalt und Lithium

Keine Frage: Der Lithium (und Kobalt-) Boom ist weiter ungebrochen, gestützt nicht nur auf eine steigende Nachfrage, sondern noch mehr auf Zukunftsaussichten, die eine beinahe exponentielle Preiskurve nach oben andeuten. Der Hauptgrund für die nervösen Preise, händereibenden Investoren und schwitzende Endabnehmer liegt in der Tatsache begründet, dass noch niemand genau weiß, woher man all das nachgefragte Metall denn nehmen soll, um sicherzustellen dass sich die Visionen einer wachsenden Zahl von Politikern und Verkehrsdenkern in rollende Vorwärtskraft verwandeln kann. Dies ist besonders bei Kobalt der Fall (siehe den entsprechenden Exploradoreport: https://explorado.markets/produkt/der-markt-fuer-batteriemetalle-2018/

Steile Kursaussichten locken auch immer schwarze Schafe an

Für uns Investoren in Metalle und entsprechende Explorationsunternehmen sind das zunächst einmal gute Nachrichten. Nur zunächst? Nun, je mehr das Thema auch Einzug in die Stammtischrunden hält, desto mehr zieht es auch Gestalten der Schattenwelt an, die sich vorher vielleicht lieber um andere Geschäftszweige der Unterwelt gekümmert hätten. Ohne auf ein konkretes Projekt zu zeigen ist klar: Der starke und scheinbar nicht enden wollende Preisanstieg wird viele unseriöse Projekte und deren Promoter auf den Plan rufen. Von Gold sind solche Geschichten seit langem bekannt, und nicht nur einmal wurden Goldproben mit Omas Zahngold aufgeputscht, um die Werte an den Börsen kurzfristig zu stimulieren und unschuldige Investoren an Land zu locken. Selbstredend haben die Börse spätestens seit dem Bre-X Skandal erkannt, dass solch billige Tricks das komplette Kapital aus dem Juniorsektor abziehen kann, und haben verpflichtende Maßnahmen eingeführt, in welcher die geologischen Daten innerhalb mehrere Stufen unabhängig geprüft werden. Dennoch ist es eine Tatsache, dass man sich in unserem Feld, also bei den Explorern, vor schwarzen Schafen mit unseriösem Geschäftsgebaren hüten muss. Eine fade Geschichte attraktiv aufbauschen und leichtgläubige Seelen zu locken ist nicht unbedingt illegal (wenn auch moralisch fragwürdig).

Starke Kursvorhersagen locken immer wieder unseriöse Promoter an. Auch bei guten Gewinnchancen muss man sich jedes Projekt genau ansehen

Bei Lithium ist die Sache noch komplizierter. Denn um vom Boom zu profitieren, wollen wir eine bestimmte Sorte von Lithium. Nämlich diejenigen, die sich eignen um daraus Lithiumcarbonat zu fertigen, dass für die Kathoden der neuen Hochleistungsbatterien eingesetzt werden kann. Zusätzliche Einsatzbereiche schaden nicht, aber es muss sich um qualitativ hochwertiges, und gleichzeitig kostengünstig abbaubares Lithium handeln, wenn man damit einen Blumentopf gewinnen will. Meine Wette ist die, dass sich eine zunehmend große Zahl von ‚Lithiumprojekten‘ auf der Karte und im Internet breitmacht, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen. Neben der Qualität der Rohstoffe sind auch die drögen Kosten wichtig: Bei einer wachsenden Zahl von Lithiumprojekten werden die Abnehmer schon bald auswählen können, und die teuersten Minen können gleich wieder schließen (bzw. solche Projekte werden es natürlich gar nicht erst schaffen, eine produzierende Mine zu werden).

Einen kühlen Kopf bewahren und zweimal hinsehen

Wichtig ist es also, sich während der kommenden Boomphase einen kühlen Kopf zu bewahren. Es lohnt sich also von jetzt ab umso mehr, genau hinzusehen. Die Art der Lithiumquelle (Einsatzmöglichkeiten) sowie die Geologie der Lagerstätten (für die Kosten) sind entscheidend. Ebenso die Kosten für benötigte Infrastruktur und die Nähe zu den Endabnehmern. Es wird bei Lithium nicht anders sein als mit Gold und anderen Metallen: Nur wenigen Projekten wird es vergönnt sein, tatsächlich auch zu einer Mine zu werden, die extrahiert. Es gilt also: Augen auf und genau hinsehen. Und Rat einholen. Und Explorados wissen ja, wo man sich guten Raten holt.