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Gold

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​Das Angebot auf dem Goldmarkt:

Auch wenn es zahlreiche Goldminen gibt, ist Gold nach wie vor exklusiv. Bislang förderte die Menschheit seit Anbeginn circa 180,000 Tonnen Gold. In eine Form gegossen, entspräche dies einem Würfel von lediglich gut 21 Metern Länge / Höhe, oder einer knappen Unze pro Kopf. Das ist also auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel.

Verschiedene Berechnungen gehen davon aus, dass nur ca. 40% - 50% des existierenden Goldes der höchsten Reinheitsstufe wie zum Beispiel Gold Bullion entsprechen, also etwa nur circa 2,5 Milliarden Unzen. Das würde bedeuten, dass es bei einer Weltgesamtbevölkerung von über sieben Milliarden Menschen deutlich weniger als eine halbe Unze handelbares Gold im höchsten Reinheitsgrad pro Person geben würde. Der 0.999 Reinheitsgrad ist auch der Standard, den Gold erfüllen muss, wenn es als Anlageprodukt gehandelt werden will. Und es gibt Menschen, die wollen wesentlich mehr als nur eine halbe Unze besitzen.

1000g Feingoldbarren

​Nach wie vor das Maß aller Dinge, und seltener, als man oft meint: 999 Feingold

Das Ganze bedeutet, dass physisches und als Anlageprodukt handelsbares Gold weitaus seltener ist, als es die meisten Menschen vermuten würden. Und hier wird es spannend, wenn wir einen Blick in die Zukunft riskieren wollen, und zwar sowohl von der Angebots- als auch von der Nachfrageseite. 

Was wird passieren, wenn die Nachfrage nun deutlich anziehen wird, egal ob das jetzt 2018 oder 2019 geschieht? Die Goldmärkte werden nicht in der Lage sein, diese Nachfrage zu befriedigen. Die Gold-ETFs, also Fonds die im Auftrag des Anlegers physisches Gold kaufen und hinterlegen, ohne dass es der Anleger zu Gesicht bekommt, werden irgendwann zugeben müssen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, jeden Kauf auch tatsächlich mit physischem Gold zu hinterlegen. Der Goldpreis wird dann ruckartig nach oben anziehen. Natürlich besteht die Möglichkeit des technischen Recyclings, aber die Goldindustrie wird verzweifelt versuchen, mehr Lagerstätten zu erschließen, und jede wirtschaftlich erschließbare Mine wird, na ja, mit Gold aufgewogen.

​Und obwohl die Theorie umstritten ist, gehe ich persönlich von der ‚Peak-Gold‘ Theorie aus, die besagt, dass wir ab jetzt weniger Gold fördern werden, als wir es bislang getan haben. Der gesamte Goldoutput wird über die nächsten zehn bis zwanzig Jahre merklich sinken, obwohl letztlich der Output natürlich auch eine Frage des Preises ist. Was stützt die Theorie, dass das Goldangebot zunehmend knapper wird?

Das Verhältnis zwischen den Explorationsausgaben und den tatsächlichen Goldfunden ist eine der tragenden Säulen der sogenannten Peak-Gold Theorie, die m.E. nach auch entscheidend für die langfristige Goldpreisstabilität ist. In dem unten stehenden Graph werden zwei Tatsachen deutlich, welche die Goldindustrie derzeit prägen:

Graph Gold Explorationsausgaben und Preise


 Zum einen erkennen wir wieder einen Anstieg der Explorationsausgaben (gelbe Kurve) seit 2016. Dieses Jahr läutete das Ende der Rohstofflaute ein, die ab 2011 Einzug hielt. An der vorhergehenden Wachstumsperiode (2002 – 2012) können wir auch erkennen, dass das Explorationsbudget mit gut einem Jahr Verspätung auf die Preise am Goldmarkt (rosa Kurve) reagiert: Die Budgets steigen ein Jahr nach Erholung der Preise, und fallen gute 12-15 Monate nach Beginn einer Phase fallender Preise. Wir können aber auch erkennen, dass die Ausgaben für Exploration deutlich höher als in den 1990er und 2000er Jahren liegen. Ungeachtet der Tatsache, ob wir wieder eine so hohe Spitze wie 2011/2012 errichen ist klar, dass es teurer ist, eine zusätzliche Unze Gold zu finden als noch vor zehn und erst recht vor 20 Jahren: Gold wird seltener, und dadurch schwerer und kostspieliger zu entdecken: Trotz der gestiegenen Ausgaben konnten zwischen 2007 und 2018 nur knapp über 215 Millionen Unzen an Goldressourcen in insgesamt 41 entdeckten Lagerstätten bemessen werden  - in den 18 Jahren zuvor waren es noch 1726 Millionen Unzen in über 220 neu entdeckten Lagerstätten (blaue Balken).  Sinkende Entdeckungsraten sind seit 2006 mit damals 31 neu entdeckten Goldlagerstätten zu verzeichnen. Seitdem fällt sowohl die Anzahl der Neuentdeckungen als auch die Menge des darin enthaltenen Goldes. Zusätzlich stellte Bloomberg fest, dass der sich der Umfang der in den prodizierenden Minen enthaltenen Reserven seit 2012 um die Hälfte, auf nun 11,3 Millionen Unzen reduzierte. 

Die Auswirkungen folgen mit 15 – 20 Jahren Verzögerung:

Was die Auswirkungen dieser geologischen Tatsachen auf den Goldmarkt und die Goldpreise betrifft, müssen wir zwischen der kurzen (1-5 Jahre) und der langen Frist (ab 10 Jahren) unterscheiden. Der oben dargestellte Negativtrend wird sich kurzfristig nicht mit dramatischen Preisanstiegen oder gar Panikreaktionen auf dem Goldmarkt bemerkbar machen. Denn in den nächsten Jahren werden noch einige hochwertige Goldprojekte mit der Goldproduktion beginnen, deren Entdeckung aus den positiven Jahren nach 2000 herrührt. Wir müssen bedenken, dass im Schnitt 15 Jahre (mindestens 10, maximum 20 Jahre) zwischen der frühesten Prospektion (erste Anzeichen eines möglichen Vorkommens) und dem Produktionsbeginn einer Goldmine liegen.  Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Negativtrend sich auch erst in ca. 15 Jahren bemerkbar machen wird – möglicherweise dann allerdings mit nachhaltigem Knalleffekt, v.a. wenn sich eine Unumkehrbarkeit dieses Negativtrends als gesichert herausstellen wird, bei möglicherweise wachsender Gesamtnachfrage.

​Für Investoren in die Goldexploration sind das gute Nachrichten. Erstens ist mehr Geld im Sektor vorhanden, und erlaubt dadurch mehr Explorationsprojekte einen regeren Handel mit Aktien von Explorationsunternehmen. Zweitens werden qualitativ hoch eingeschätzte Funde noch deutlicher vom Markt belohnt werden, mit enstprechenden Renditeanstiegen der entsprechenden. Und drittens, stützt es die Peak Gold Theorie und wird für stabile Goldpreise sorgen. Natürlich ist auch Gold Zyklen unterworfen, und politische sowie weltwirtschaftliche Umstände prägen den Preis des Goldes mehr als den anderer Metalle. Dennoch werden wir über die nächsten Dekaden einen durch Zyklen korrigierten steigenden Goldpreis sehen, und dementsprechend einen florierenden Gold-Juniorsektor. 


Die Nachfrageseite:​

Ein Herausstellungsmerkmal des Goldes ist sicherlich auch seine vielschichtige Verwendung. Es wird sowohl als hochwertiger Gebrauchsgegenstand in der Juwelen- und Schmuckindustrie verwendet, als auch (mit deutlich niedrigeren Reinheitsgraden) in der Elektronikindustrie. Sage und schreibe 600 Tonnen Gold werden jährlich für die Schmuckindustrie verwendet, wobei hier Indien und China die größten Märkte verkörpern. Daneben aber ist Gold ein wichtiges Anlageobjekt für Privatanleger und Großinvestoren, und untermauert den Wert der großen internationalen Devisenwährungen, auch wenn diese schon längst nicht mehr an Gold gekoppelt sind (der Goldstandrad). Es erfüllt also eine Vielzahl an Funktionen, weswegen es immer einige Bereiche geben wird, aus denen Gold nachgefragt wird, selbst wenn die Nachfrage in anderen ruht.

Grafik welche die Goldnachfrage darstellt

​Die Schmuckindustrie ist der größte Posten der Goldindustrie (54%), gefolgt von Anlegern und Investoren (30%) sowie dem Elektronik- und Hightechsektor (10%). Zentralbanken halten inzwischen nur noch gute 6% der weltweiten Goldbestände. (c) World Gold Council

Die gegebene politische Unsicherheit, die seit Ende der bipolaren Welt und dem Verfall der stets eingebildeten (und niemals verwirklichten) ‚neuen Weltordnung‘ unter Führung des ‚Westens‘ spürbar zunimmt, wird in absehbarer Zeit ebenfalls eine stabile Goldnachfrage fördern. Allerdings muss man auch hier zwischen kurzfristigen Preisbildungsfaktoren und dem längerfristigen Trend unterscheiden:  

In den nächsten Monaten werden es zwei kontrahierende Kräfte sein, die den Goldpreis nach oben oder unten führen werden: Zum einen ist Gold bekanntlich der heimelige sichere Rückzugsort vor all den Krisen (tatsächliche und angenommene)  der Welt. Auf der andren Seite verzeichnen insbesondere die OECD Volkswirtschaften gute Daten. Der Dollar ist stärker geworden, und die amerikanische Notenbank zog die Zinsen ein wenig nach oben an. All das ist dem kurzfristigen Goldkurs nicht förderlich, weswegen es zur Zeit auch kaum über die US$ 1,300 Marke klettern will. Im Mai ging es sogar unter diese Marke, der geringste Tiefstand wurde mit US$ 1247 gegen Ende Juni verzeichnet. Höhere Zinsen resultieren in zu hohen Opportunitätskosten für das Halten von Gold, während ein hoher Dollarkurs den Goldkauf für Anleger, die in anderen Währungen bezahlen, ebenfalls zu teuer macht. Die Negativkorrelation zwischen US$ und Goldpreis ist in der Tat eine sehr traditionelle.

Kurvenverlauf USD zu Gold

Vergleich des täglich von der LBMA gebildeten Goldpreises mit dem täglichen  Schlusspreis des US Dollars, 2000 – 2016

Weiterhin ist ja auch die aktuelle Goldversorgung, wie oben geschildert, stark: Indonesien, die Mongolei, und auch die traditionellen großen Goldförderer wie Australien Kanada und Russland konnten alle gute Gesamtproduktionsdaten verzeichnen. Mit über 3260 Tonnen wird deswegen für 2018 gerechnet.

Diejenigen Anleger, die Sicherheit in ihrem Portfolio suchen sind allerdings nicht plötzlich alle gestorben. Handels- und andere Krisen werden Gold in den Augen vieler wieder attraktiv machen – dennoch bleibt es zunächst eine hin und her zwischen diesen beiden Pro- und Kontrafaktoren, die den Goldpreis in den nächsten Monaten bestimmen werden. Solange die realwirtschaftlichen Daten stabil bleiben ist noch nicht mit den ganz großen Durchbruch (über US$ 1,400) zu rechnen. Auf der anderen Seite kann vor allen Dingen die drohende Zollspirale die Dank der ‚Initiative‘ aus Washington nun überall ausgelegt wird auch für Kurssprünge nach oben sorgen. Mittelfristig dürfte es außer Frage stehen, dass diese extrem naive und kurzsichtige Politik der USA massenweise Arbeitsplätze vernichten wird. In den USA und vielen anderen Industrienationen. Der Zeitpunkt, ab wann diese Negativfolgen eintreten werden ist nicht zu bemessen, da ja auch weitere Faktoren mit einspielen werden – und die Politik des Weißen Hauses wiederum so erratisch ist, dass man auch mit einer Rücknahme dieser Quatschpolitik rechnen muss (oder darf).

Als letzten Punkt mit Bezug auf die Preisaussicht muss noch der ebenfalls häufig traditionell schwache Preis für Gold im Sommer berücksichtigt werden. Häufig gibt es eine deutliche Phase der Stabilisierung nach oben, sobald sich die Blätter verfärben – dies ist also auch eine gute Kaufgelegenheit für Bullion- bzw. Barrenanleger.