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Lithium

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Preisentwicklung und Preisaussicht: 

Sieht man sich die vorausgehende Analyse bezüglich der Nachfragekräfte und der Angebotssituation an, sollte klar sein, dass wir es auch im Lithiumsegment mit steigenden Preisen zu tun bekommen. Die grundsätzliche Schwierigkeit bei Preisvorhersagen im Bereich Lithium beruht allerdings auf der Tatsache, dass es nicht den einen Lithiumpreis gibt. Grundsätzlich muss zwischen Lithium als Metall und von Lithium abgeleiteten chemischen Substanzen wie Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid unterschieden werden. Allerdings beobachten spezialisierte Agenturen beispielsweise allein sechs verschiedene Typen von Lithiumcarbonat.

Grafik zeigt die verschiedenen Derivate aus Lithium

Die Graphik macht die Komplexität auf dem Lithiummarkt deutlich, v.a. was die Preise und Preisbestimmung betrifft. Außerdem wird Lithium im Moment noch nicht öffentlich gehandelt, d.h. es kann nicht über die Metallbörsen veräußert werden. Der Preis wird über fixe Kontrakte zwischen Produzenten und Abnehmern bestimmt, so wie das bei vielen spezialisierten Metallen (u.a. auch Kobalt, Graphit, Chrom etc.) der Fall ist.  Aber natürlich gibt es dennoch Preise, und diese Preise bestimmen natürlich die Attraktivität des Lithiumsegments.

Diese Preise müssen allerdings auf komplexere Weise analysiert und studiert werden. Zum Zwecke der Rohstoffinvestition ist das aber nicht notwendig, genauso wenig wie eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema der Lithiummaterialen, wie in der Graphik beschrieben. Da Investoren ‚nur‘ mittels direkter Beteiligung an den Unternehmen (Exploration, Förderung und Weiterverarbeitung) oder an einem Index bzw. Indexzertifikat an Lithium verdienen können (und sich eben keine Lithiumtonne in den Keller stellen können), reicht uns eine Bestimmung des Trends.

​Hier sollten wir zwischen der kurzen und der mittleren Frist unterscheiden: Zu Beginn des Jahres 2018 kam es erstmals seit drei Jahren zu Rücksetzern bei den Lithiumpreisen. U.a. wurde dies durch einige Analysen hervorgerufen, die auf ein mögliches Überangebot an Lithium hinwiesen. Wie steht es damit? Das ist eine komplizierte Frage, wenn es um Lithium geht. Zum einen stimmt es, dass in einem Bullenmarkt auch viele Projekte generiert werden, weil sie sich gut vermarkten lassen. Der Markt ist also voller geworden, und die Zukunft wird mehr Lithium produzieren. Und v.a. aus Chile, Bolivien und Australien dürfte das Angebot in den nächsten Jahren zunehmen. Vor allen Dingen Australien wird 2019 und 2020 deutlich mehr Lithium auf den Markt bringen als bisher - bis zu 60,000 Tonnen LCE (Lithium-Carbon Equivalent), wobei alleine gute 50% davon auf das Spodumen-Projekt Wodinga entfallen wird.

Die interessante Frage ist, ob die Zunahme des Angebots der Nachfragesteigerung zuvorkommt? Hier gibt es tatsächlich einen zunehmenden Konsenz, dass wir in den nächsten 2-3 Jahren ein wachsendes Überangebot erleben werden. Das bedeutet, dass die Jahre vor 2025, wenn der E-Mobilitätsboom wahrscheinlich richtig durchschlagen wird, von niedrigeren Preisen  gekennzeichnet sein werden. Außerdem wären Explorationsprojekte besonders benachteiligt, da sich Finanzierungspartner schwerer finden ließen. Eine wahrscheinliche Ausnahme wären solche Projekte die bereits starke Partner (z.B. Kathodenhersteller) haben. Das bedeutet aber auch, dass sich Investoren in Explorer ihr Projekt besonders genau ansehen sollten. 

​​Ähnlich wie bei Kobalt kann es mitunter zu räumlich oder zeitlich begrenzten Umständen kommen, welche die Preise kurz absacken lassen. Ein möglicher Knackpunkt in dieser Hinsicht ist z.B. die Kapazität der Konversion vom abgebauten Material hin zur Kathode. Hinkt diese Kapazität hinterher, gäbe es weniger Kathodenmaterial auf dem Markt. Der Lithiumpreis würde steigen – aber eben nicht für das Rohmaterial, sondern für das Kathodenmaterial. Aber auch hier sieht es so aus, als ob 2019 Veränderungen bringen würde. Die Konversionskapazität wird aller Voraussicht nach deutlich ansteigen, as also tendenziell sinkende Preise entlang der Lithium-Wertschöpfungskette nach sich ziehen würde. Möglich ist auch eine Konsolidierung der Verarbeiter. Eine kleinere Zahl könnte wiederum mehr Druck auf die Produzenten ausüben, und bessere Preise an der Mine anfordern.

​Insgesamt bedeutet dies allerdings ​nicht, ​dass der Lithiummarkt sich in einen Bärenmarkt verwandeln wird. Hierzu sind vor allen Dingen die mittel- und langfristigen Nachfrageszenarien zu stark. Aber die kommenden Jahre werden voraussichtlich auch keinen Preisboom mit sich bringen. Interessant für Investoren in einem reiferen und gesunden Lithiummarkt könnten Produzenten mit entsprechenden niedrigen Kosten, qualitativ hochwertigem Material und engen Verbindungen zu Abnehmern sein. Dies gilt auch für Explorationsprojekte. Diese sollte man auf keinen Fall für das Lithiumsegment abschreiben. Die Welt benötigt in einigen Jahren ​ein Vielfaches​ der aktuell produzierten Menge - Explorer werden also benötigt. Allerdings sollte man sich sein Projekt genauer ansehen. Die Kriterien wie Kosten, Lieferverträge oder zumindest enge Bindungen an Endabnehmer, Qualität des Materials, Management etc. sind nun wichtigerer Faktoren geworden als in einem Markt, der hauptsächlich von Spekulation getragen worden ist. ​​​  ​​​ ​

Für 2019 lässt sich zunächst festhalten, dass sich der Markt in einem Übergangsstadium befindet - weg von einem unbekannten, der von viel kurzfristigem Hype und vielen unwissenden Akteuren bespielt wurde, und hin zu einem reiferen, bei dem Angebots- und Nachfrageszenarien die Preisaussichten bestimmen. 2019 und 2020 werden sich Ein deutliches und nachhaltiges Absinken der Preise ist kaum zu befürchten, denn die langfristigen Aussichten sind bei straker Nachfrage gut. Zeitpunkt, Art der Investition und Investitionsziele sollten aber klarer gewählt werden, wenn man von diesem Rohstoff profitieren will.