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Das Projekt E-Mobilität

In diesem Beitrag wird nicht von den Schwierigkeiten der Jamaika-Koalitionsbildung die Rede sein, auch wenn es Überschneidungen gibt, und sich die deutsche Regierung, welche Farben sie auch immer annimmt, über dieses Problem noch die Köpfe zerbrechen wird. Das grüne Projekt, über das ich an dieser Stelle schreibe, ist weitaus größer, langfristiger und globaler als die Regierungsbeteiligungsträume einer Partei.

Es geht darum, ob und wieweit das große Projekt ‚Elektromobilität‘ z.Z überhaupt gesichert ist? Und natürlich um die Frage, was dies für Rohstoffinvestoren bedeutet. Tatsache ist, dass für die Realisierung nicht nur die politische Unterstützung und Umsetzung erforderlich ist. Hierfür gibt es in vielen Ländern positive Anzeichen, und die Ampeln für E-Autos stehen im wahrsten Sinne des Wortes auf Grün. Wesentlich komplexer – und risikobehafteter, ist der Aufbau und die Sicherung einer globalen Lieferkette, mit über 30,000 Einzelkomponenten auf allen Kontinenten. Graphit und Nickel, Lithium und Kobalt, Kupfer und Aluminium – wo kommt ihr denn alle her? Tatsache ist, dass viele dieser Metalle und Mineralien in Mengen gefördert werden müssen, an die vor zehn Jahren keiner auch nur entfernt dachte. Noch dazu sind die verfügbaren Mengen einiger kritischer Metalle wie Nickel und Kobalt keinesfalls gesichert, zumindest nicht unter Einbeziehung sämtlicher politischer, ökologischer und sozialer Risiken:

Altes Risiko vs. neues Risiko

Während durch die E-Mobilität ein Umweltrisiko abgebaut wird (die Treibhausgasemission durch herkömmliche Verbrennungsmotoren), entstehen mit dem Aufbau der wahrhaft globalen Batterielieferkette neue Risiken: Umweltrisiken, politische, soziale und sozio-ökonomische Risiken durch Abbau, Transport und metallurgische Prozesse.

Risiken der Lieferkette betreffen Abbau, Transport und die Weitererarbeitung über verschiedene Stufen.

Allein sieben Abbauländer von benötigten Primärmetallen müssen der höchsten Risikostufe zugeordnet werden. Und die Bedeutung von Ländern wie dem Kongo, Guinea, China, Russland und weiteren wird zunehmen, da sie Schwergewichte in der Versorgung mit kritischen Mobilitätsrohstoffen verkörpern.

Der Anfang der Kobaltlieferkette: Fast 15% der globalen Kobaltproduktion entstammt den artisanalen Kobaltminen des Kongo. Ungewissheit bezüglich Fördermengen, zukünftiger Kapazitäten, sowie ökologische und soziale Risiken sind eng mit diesen Produktionsmethoden verknüpft. Nur eine der vielen Ungewissheiten im Rahmen des E-Mobilitätsprojektes

Die verschiedenen Akteure, von Minen- und Raffineriebetreibern, Herstellern von Konzentraten und Kathoden bis zu den Batterie- und schließlich Autoherstellern selbst müssen Systeme, Mittel und Wege finden um diese Risiken zu minimieren. Nicht nur, um potentielle physische Lieferausfälle zu vermeiden. Sondern auch um zu verhindern, dass plötzlich irgendwo von ‚Blutkobalt‘ die Rede sein wird, und das grüne Projekt E-Mobilität nachhaltig in große Schwierigkeiten bringen könnte. ‚Due Dilligence‘, also die Überprüfung der Lieferketten nicht nur nach ökonomischen Risiken und Maßstäben, sondern eben auch nach politischen und sozialen Aspekten ist das Zauberwort der Stunde! Verschiedene Initiativen der Diamanten-, Gold und Zinnindustrie können als Vorbild dienen. Ersichtlich wird aber auch, welche enorme Rolle kanadischen Kobalt-, sowie australischen und europäischen Lithiumminen bei der Gesamtreduktion der aggregierten Risiken zukommen wird.

Gute Aussichten für Investitionen in Energiemetalle

Wie immer bedeuten solche Nachrichten der Knappheit und des Risikos für uns als Investoren in Explorationsunternehmen gute Gewinnchancen. Das klingt vielleicht etwas opportunistisch. Tatsächlich ist es aber im Bereich der ‚Energiemetalle‘ so, dass gute Explorationsobjekte, v.a. für batteriefähiges Graphit, Kobalt und Nickel dringend gesucht werden. Ohne neue erfolgreiche Projekte wird der grüne Traum der E-Mobilität zum Rohrkrepierer. Es sind schlicht und ergreifend Marktmechanismen, angefeuert durch politische und wohl auch medial-gesellschaftliche Schnellschüsse aus der Hüfte. Die Weichen scheinen gestellt, aber diejenigen Kobalt-, Nickel- und Graphitexplorer mit hochwertigen Projekten sitzen im Stellwerk. Für Investoren bedeutet das, dass die Annahmen aus dem Explorado Energiemetallereport weiterhin voll bestätigt werden, und v.a. die dort vorgestellten Kobalt- und Lithiumproduzenten in Zukunft gute Gewinne für Investoren versprechen.Für die Industrie bedeutet das, sich sofort an die Arbeit zu machen, um das komplexe Netz besser zu verstehen und Risiken so früh wie möglich zu erkennen.