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Risiko ist der traditionelle Begleiter des Bergbaus

Das Risiko, und damit auch das Geschäft mit dem Risiko war schon immer ein Kernbestandsteil der Bergbauindustrie. Als erstes kommen einem hierbei wohl Bilder von schmalen, dunklen, einsturzgefährdeten und tatsächlich auch oft genug eingestürzten Stollen in den Sinn. Der Beruf des Bergmanns war und ist zu allen Zeiten risikoreich.

Stollen Kohlebergwerk Mongolei

Wagemut war und ist eine Tugend des Bergmanns….

Aber beinahe ebenso alt sind weitere Risiken mit denen die Förderer von Metallen und Mineralien zu allen Zeiten zu rechnen hatten. Wie verändern sich die Kosten mit der Lage des Erzkörpers und dessen Metallgehalt? Wer nimmt die geförderte Ware ab? Zu welchem Preis, und das unter Einbezug der Wechselkurse? Bergbau ist bei weitem keine Industrie wir jede andere. Die Risiken die hier lauern, sind größer, komplexer und nehmen zeitlich eine größere Dimension ein. Ein Automobilkonzern beispielsweise bringt ein Modell auf den Markt, das sich dort über fünf bis sieben Jahre bewähren muss. Große Minen haben das Potenzial, über dreißig, vierzig und mehr Jahre zu operieren. Sie werden auch unter solchen Gesichtspunkten gebaut und finanziert. Die Abschreibung einer komplexen Großmine, deren Konstruktion zusammen mit beigeordneter Infrastruktur leicht 10 Milliarden USD und mehr verschlingen kann, erfolgt über viele Jahre, und Investoren rechnen ebenfalls mit den Einkünften, wie sie von den Planern und Technikern vorausgesagt wurden. Aber wie will man diese überhaupt berechnen?

Werden Metalle, die heute gefragt sind, in zwanzig Jahren überhaupt noch benötigt (man denke hier an die möglichen gravierenden Einschnitte für Platin und Palladium, das hauptsächlich für Katalysatoren von Verbrennungsmotoren verwendet wird)? Und wenn ja, zu welchem Preis? Letzterer hängt nicht nur von der Nachfrage ab, sondern auch vom Angebot. Dieses wiederum ist unter anderem eine Funktion neu entdeckter Lagerstätten, aber zu welchem Preis diese ausgebeutet werden können ist ja ebenfalls unklar. Weiterhin ist das Angebot politischen sowie sozialen Risiken ausgesetzt. Ein kurzer Blick auf diese Hauptrisikoquellen fass die Komplexität der Lage zusammen:

Mann ist von Ordern übersät

…aber die globale Bergbauindustrie muss sich noch mit weiteren komplexen Risiken auseinandersetzen

Die Hauptarten des Risikos

Technisches Risiko (Errichtung der Mine selbst; Statik und Tektonik; verschiedene geologische, metrologische und klimatische Faktoren)

Finanzielles Risiko (Nachfrageveränderungen über Jahrzehnte; genaue Anlage der Gänge und Stollen, bei unvollkommenen Informationen über den Erzkörper; Änderungen der Abgaben und Steuern; Willen der Investoren, Kapital bereitzustellen)

Politisches Risiko (Regierungswechsel und damit verbunden Veränderungen des rechtlichen Rahmens; Konflikte, Spannungen bis hin zu und militärischer Gewalt)

Soziales Risiko (Akzeptanz der Bergbauindustrie; nicht nur in den Förderländern, sondern auch in den Heimatländern der Konzerne – letzteres wirkt sich unmittelbar auf die Bereitschaft von Investoren aus, Kapital zur Verfügung zu stellen).

Risikomanagement in einer rohstoffabhängigen Welt

Ist die globale Bergbauindustrie gezwungen diese Risiken zu managen, und wenn ja, wie? Die Antwort auf die erste Frage ist ein eindeutiges Ja! Denn die Rohstoffproduktion wird nicht bleiben, wo sie ist. Im Gegenteil – auch in einer Welt, in der die Ökonomie ‚grüner‘ werden soll, wird die Abhängigkeit nach Mineralien und Metallen nicht geringer werden. Ich habe bei allen angestrebten Veränderungen und Zukunftsvisionen noch keine einzige Studie gelesen oder von einer gehört, die eine Verringerung unserer Rohstoffabhängigkeit in Aussicht gestellt hätte. Der Bedarf an, und in der Folge der Output von Mineralien und Metallen wird sich also erhöhen. Und damit muss sich die Bergbauindustrie nicht nur mit den oben erwähnten Risiken hinsichtlich der unvollkommenen Informationen über Erzkörper, gestiegene technische Komplexität bei größer werdenden Tage- und Unter Tagebauen sowie der Wankelmütigkeit der Märkte auseinandersetzen. Es geht auch darum, den ökologischen und sozialen Fußabdruck wenn nicht zu minimieren, dann doch auf jeden Fall sozialverträglicher zu gestalten.

Vom Risiko zur Partnerschaft

Dafür wird sich die Idee der Partnerschaften weiter verändern, und zu einem entscheidenden Pfeiler des Risikomanagements werden. Partner für die Industrie werden nicht nur die zahlreichen technischen Vertragsfirmen sein, die umwelttechnische, finanzielle oder rechtliche Expertisen erstellen. Nein, wichtiger im Sinne des Risikomanagements wird auch die Zusammenarbeit mit den Regierungen der Länder, in welchem die Firmen, egal ob Junior oder Major, operieren. Aber auch die Kooperation mit nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und Gebern wird zunehmend wichtiger. Für diese Organisationen wird die globale Bergbauindustrie selber zum Partner werden: Sie ist nicht nur als Steuerzahler wichtig. Nein, auch als Lieferant von Infrastruktur, Ausbildung, Wissen, Managementtechniken, und in der Beurteilung rechtlicher und fiskalischer Regulierung ist die Mitwirkung dieser global operierenden, Multi-Milliarden Dollar Industrie essentiell.

Auch Juniors spielen dabei bereits eine Rolle. Die oben dargelegten Risiken deuten aber auch darauf hin, dass insbesondere für Explorationsfirmen, die in politisch und sozial komplexeren Gebieten operieren, die Qualität und das Wissen des Managements um diese Risiken und deren Management umso wichtiger ist.